11° 5‘ 23“ Süden, 43° 8‘ 30“ West: Ein neues Abenteuer

So schön, Dich wieder hier zu haben; das freut mich ausserordentlich!  Bist Du bereit, Dich auf ein spannendes Abenteuer mit mir einzulassen? Super! Nur noch ein wenig Geduld müssen wir beide aufbringen: Am Karfreitag geht's los!

 

Erstmal bin ich Dir wohl die Auflösung der verwunderlichen Zahlen in meinem Titel schuldig: Das sind die Zielkoordinaten meiner nächsten Reise. Es werden verschiedene Destinationen sein, die ich mit Dir anschauen werde. Lass Dich überraschen:) Es werden auch für mich Überraschungen bereit stehen, davon bin ich überzeugt.

 

Weisst Du was? Ich mach Dich jetzt schon mal ein wenig neugierig und "gluschtig"! Ich zähle Dir ein paar Dinge auf, welche in meinen Koffer gehören. Vielleicht kommt bei Dir dann schon eine Vorahnung auf.

 

Wichtig zu wissen ist, dass der Koffer maximal 23kg wiegen darf. Unbedingt mit muss natürlich das Covid-Zertifikat, ein aktueller Nachweis eines PCR- oder Antigentests, der Impfausweis mit nachgewiesener Gelbfieberimpfung, Sonnencreme und Regenjacke, keine Pumps nur Flip-Flops und Turnschuhe älterer Generation. Wieso keine schönen Turnschuhe? Keine Pumps? Da kommen wir dann später darauf zurück, gell.

 

Einmal im Jahr solltest Du einen Ort besuchen, an dem du noch nie warst. -Dalai Lama

 

Mal schauen, wo der Ort dieses Jahr ist😊

Die ersten zwei Ferientage sind gefüllt mit: Der Weg ist das Ziel! Das bedeutet, dass ich mit verschiedensten Transportmitteln von frühmorgens bis spätabends unterwegs sein werde bis ich Dir wahrscheinlich erst am Samstag, 15.04.2022 abends, wieder berichten kann (immer unter der Voraussetzung ein funktionierendes WLAN-Netz ist vor Ort). Damit Dir die Zeit bis dahin nicht allzu lang erscheint, hier ein kleines Rätsel für Dich. Die wichtigsten Dinge, die für diese Reise auch in meinen Koffer gehören: Das Lösungswort ergibt mein erstes Etappenziel von Samstag.

 

  1. Mückenschutz (letzter Buchstabe):
  2. Einfacher Schuh, dessen Sohle von einer einfachen Riemenkonstruktion gehalten wird (2. Buchstabe)
  3. Jacke für nasse Tage (1. Buchstabe)   
  4. Wie heisst die Brille für Unterwasser? (2. Buchstabe)
  5. Was bedeutet Mochila auf Deutsch? (2. Buchstabe):                                    


Jegliche Verantwortung, dass Du nun den ganzen Karfreitag über diesen unwahrscheinlich schwierigen Fragen grübelst, Deine Familie und Freunde vernachlässigst, das Versteck des Osterhasens  nicht suchst werden von meiner Seite abgelehnt:)

Viel Spass damit!


Samstag, 16. April 2022

Guten Morgen meine Lieben, bei mir ist es jetzt 07h. Der Zeitunterschied zu Dir, in die Schweiz, beträgt: -5h.


Hast Du das Rätsel gelöst? Die Antwort lautet: Marau. Das ist eine Halbinsel im Bundesstaat Bahia, im Nordosten Brasiliens. Sie ist bekannt für ihren Reichtum an Mineralien, wie Ölschiefergips und Öl.


Bevor wir, das ist mein Reisepartner und ich, in ca. 1.5 Std. unsere Reise fortsetzen, habe ich etwas Zeit um über das Erlebte bis hierhin, Salvador de Bahia, zu erzählen.


Karfreitag, 15. April 2022: Juihi, erster Ferientag! Ausschlafen!

Ha, denkste! Die Rechnung habe ich ohne unsere Ausreisserkatze Milly gemacht. Im ganzen Trubel der Reisevorbereitung, emotionalelm Abschiednehmen von den Kindern etc. habe ich vergessen, Milly mitzuteilen, dass heute ein Feiertag ist und wir nicht um 5.20h aufstehen!!


Am Flughafen Kloten hiess es zu allererst einen Antigen-Test für die Einreise in Portugal zu machen. Deshalb sind wir auch zeitig vor Ort gewesen. Und das war unser Glück! Denn, wie konnte e sauch anders sein, ausgerechnet mein Test, ist im Labor untergegangen und ich musste  das ganze Prozedere nochmals über mich ergehen lassen. Als ich dann endlich alle Unterlagen,Papiere zusammen hatte, hiess es beim Check-in, dass kein Antigen-Test mehr nötig sei für die Weiterreise. Na toll🤨


Der Abflug verspätete sich, weil der Flieger überbucht war. Die Fluggesellschaft suchte also nach Freiwilligen, welche gegen eine Entschädigung von 400 Euro, ihren Flug umbuchen. Leider kam dieses, ehrlich gesagt, verlockende Angebot, für mich nicht in Frage. Meine Umsteigezeit in Lissabon war ohnehin bereits knapp. Als es dann endlich, mit 50 Minuten Verspätung, losging, hoffte ich inständig, dass der Pilot jeden PS der Maschine rausholte und ich den Anschlussflug nicht verpasse.


Den Anschlussflug in Lissabon erreichte ich und ich genoss den 8-stündigen Flug nach Salvador in dem ich endlich den „neuen“ James Bond-Film anschaute.


Erinnerst Du Dich? Ich habe Dir doch gesagt, dass bei meinem neuen Abenteuer ganz bestimmt auch für mich Überraschungen bereitstehen. Das ist bereits eingetroffen! Unser Gepäck steht nach wie vor, völlig orientierungslos und allein gelassen, in Kloten. Und ich? Ich bin am anderen Ende der Welt, reise an einen Ort, mit wenig Infrastruktur ohne Ersatzwäsche, ohne Hygieneutensilien, ohne irgendwas.


Oh, Bikini, Haarbürste und Sommerkleid: Miss you;(
Oh, Bikini, Haarbürste und Sommerkleid: Miss you;(

Aber jetzt habe ich noch etwas Zeit um in das nächste Shoppingcenter zu fahren und das Notwendigste für die nächsten Tage einzukaufen, bevor die Weiterreise fortgesetzt wird. Ob der Koffer mit hinterher fliegt, fährt…? Ich lass mich überraschen.


Mit einer kleinen Cessna geht‘s weiter nach Morro de Sao Paolo
Mit einer kleinen Cessna geht‘s weiter nach Morro de Sao Paolo

Es regnet in Strömen. Hoffentlich findet der Flug mit dem kleinen Propellerflugzeug statt! 

Ich melde mich am Abend, Ortszeit, wieder bei Dir. Bis dahin wünsche ich Dir einen gemütlichen Samstag!


Samstag, 16. April 2022:

Ein lieber Gruss aus Barra Grande an Dich!

Was für ein unglaublicher Tag!


Nach dem Einkauf der notwendigsten Überlebensutensilien ging die Fahrt wieder zurück an den Flughafen Salvador. Check-in für das Kleinflugzeug nach Morro de Sāo Paulo. Das war eine tolle Überraschung: Inder 9-plätzigen Maschine waren wir nur zu Zweit! Der Flug der Bucht entlang, über die Stadt Salvador, entlang der Favelas und über das offene Meer liess mich den wolkenbehangenen Himmelvergessen.


Nach 20 Minuten Flug war der Traum jedoch bereits vorbei und das Zwischenziel, die Landebahn auf Morro de São Paulo, war erreicht. Nun noch ein kleiner Fussmarsch durch die nassen Wiesen (um nicht Sümpfe) zu sagen, bis an den Strand. Der Weg zum Bootsanlegeplatz führt direkt am Meer entlang. Damit wir uns richtig verstehen: keine Promenade, kein Weg: wirklich einfach dem Meer entlang. Und weil gerade die Flut überhand hatte, hiess es Schuhe abziehen (zum Glück hatte ich bereits vorgesorgt und nur Flip-Flops angezogen) (Ja, du hast ja recht: die anderen Schuhe sind eh noch irgendwo zwischen Europa und Südamerika unterwegs) und durch die anbrausenden Wellen einigermassen trocken ans Ziel zu gelangen. Glaub mir, da war ich das erstemal froh darüber, dass mein Koffer noch nicht angekommen ist. Wenn ich diesen (obwohl nur 12kg) auch noch durch das Wasser hätte schleppen müssen: Na Mahlzeit!


Nach einigen Minuten durch die Meeresbrandung waten, winkte uns ein Mann, welcher auf einem Boot ca. 30 Meter vom Ufer stand, zu. Das war also unser nächstes Transportmittel! Er und sein Begleiter steuerten das Boot so weit wie möglich an den Strand, so dass wir einsteigen konnten. Und schon gings los. Auch hier waren wir die einzigen Gäste an Bord! Nach einer guten Stunde fiel mir der Groschen warum:  Durch den anhaltenden Regen seit gestern Nacht und den Wind war das Meer so richtig in Partylaune und ich war froh, dass ich nach meinem heutigen Frühstück vorbeugend eine Tablette gegen Seekrankheit geschluckt habe. Zeitweise habe ich mich so fest an der Reeling festgeklammert, damit ich nicht über Bord falle, dass ich Krämpfe in den Fingern hatte. Klar, zugegeben,ich bin nicht die tollste Schwimmerin. Aber weit weg vom Land, bei hohem Wellengang und das Boot springt förmlich von der Wellenspitze hinunter ins Tal, das gibt einem schon zu denken. Spätestens dann, wenn es sogar die Hecklampe und die Rettungsringe fortzerrt macht man sich Gedanken wie lange man wohl bei so stürmischer See schwimmen kann. 


Nach ewig dauernden 2.5 Stunden war das Abenteuer vorbei und ich ging, mit etwas wackligen Beinen, von Bord.


Jetzt noch eine Kutsche, Töfftaxi so ähnliches suchen und ab ins Hotel. Wir haben uns dann mit einem jungen Pärchen zusammengeschlossen um die Fahrt in einem offenen Ladeheck eines Transporters hinter uns zu bringen. Über patschnasse, mit riesigen Schlaglöchern gesäte Sandstrassen, welche förmlich vom Wasser überfüllt waren, ging es ca. 30 Minuten holprig bis zu unserer Lodge. 


Nun sitze ich hier in einem wunderschönen Zimmer, frisch geduscht, und teile mit Dir meine heutigen Abenteuer. 

Ich wünsche Dir für morgen einen tollen Ostersonntag!

Kleinflieger, der uns nach Morro de Sao Paolo flog.
Kleinflieger, der uns nach Morro de Sao Paolo flog.

Sonntag, 17. April 2022:

Mein treuer Leser:in

Ich wünsche Dir wunderschöne Ostern!🐣



Erstaunlich gut stimmen die lokalen Wetterprognosen mit dem tatsächlich eintreffenden Wetter überein; leider, muss ich sagen. Denn, es regnet und stürmt immer noch. Den zusätzlichen Bikini-Einkauf in Salvador hätte ich mich wohl sparen können und stattdessen lieber Gummistiefel besorgt. So könnte ich jetzt durch den Schlamm, die feuchten Wiesen und überfluteten Wege waten und ein wenig die Umgebung beschnuppern. Aber ich gebe noch nicht auf: Baden werde ich wohl heute kaum, vorallem nicht bei diesem Wellengang, wahrscheinlich hängt die schwarze Flagge mit einem Totenkopf daraufgezeichnet am Strand. Aber ein kleiner Spaziergang mit den Flip-Flops und der Regenjacke, welche ich zum Glück im Handgepäck mittrug, wird bestimmt drin liegen.


Bis es aber soweit ist, erzähl ich Dir ein wenig mehr über diese Gegend. Falls es Dich nicht soo interessiert, muss ich Dich leider bitten, runter zu scrollen, bis zur leeren Stelle, wo ich dann später weiter schreiben werde😬


Also los geht‘s:

Durch die komplizierte und herausfordernde Zufahrt blieb dem Ort hier die typische Atmosphäre eines alten Fischerdorfes erhalten.


An der Südküste von Bahia, zwischen dem Atlantischen Ozean und der Camamu-Bucht liegt das hübsche Dorf.


Die Halbinsel Marau vereint eine Vielzahl von Landschaften von seltener Schönheit! Es gibt riesige Kokospalmenhaine, einsame Strände (habe ich jedenfalls gehört), Flüsse, Lagunen, natürliche Pools mit klarem Wasser, Mangrooven und viel wildes Leben.


Das Dorf Taipu de Fora ist der Ausgangspunkt, um dieses Paradies zu entdecken. Drücken wir die Daumen, dass wir es gemeinsam in den nächsten, hoffentlichen trockenen, Tagen entdecken dürfen!


Nur sehr wenige Orte an der brasilianischen Küste haben es geschafft, ihren Charme und die erhaltene Natur zu bewahren. Barra Grande ist einer von ihnen.


Montag, 18. April 2022:


Einen wunderschönen Ostermontag wünsche ich Dir! Geniesse den arbeitsfreien Montag!


Eines möchte ich Dir vorab noch mitteilen: Ich weiss sehr wohl, was auf dieser Welt, in Europa, schreckliches passiert. Es ist nicht so, dass ich die Augen davor verschliesse; sondern vielmehr, dass mein Bericht, Dir und mir ein wenig Abwechslung in den Alltag bringen soll. Meine priviligierte Lage, dass ich überhaupt in den Urlaub fahren kann, mir das leisten kann; ist mir sehr wohl bewusst! Meine grössten Hobbies sind das Lesen, Musik und Reisen. Es hilft keinem, wenn ich darauf verzichten würde. Im Gegenteil: Während diesen ausgeglichenen Zeiten, ohne Druck der Arbeit, mit gefühlter ewiger Freizeit, komme ich auf die besten Ideen, welche ich dann auch umgehend umsetze, zB wie und wo ich Menschen in Not am besten unterstützen kann.


Jetzt aber zurück ins Hier und Jetzt. Bei mir ist es jetzt 6h morgens. Es hat die ganze Nacht weiter geregnet und es tobte ein ziemlicher kräftiger Sturm. Unter uns gesagt: Ich bin wirklich froh, dass mein Appartment im 1. Obergeschoss liegt: Die Höhe des Wellengangs ist schon ein wenig beängstigend.


In der Nacht ist mehrmals der Strom ausgefallen. Jetzt zB funktioniert rein gar nichts mehr. Selbst das Netz ist ausgefallen. Das bedeutet, ich schreibe Dir hier, und hoffe, dass ich den Text irgendwann im Laufe des Tages versenden kann.


Heute gehen mein Partner und ich nochmals nachfragen, wegen unserem Gepäck. Danach wagen wir uns „todesmutig“ durch das sumpfige Gelände, kämpfen uns durch die Windböen und den monsunartigen Regen Richtung Dorf zum Einkauf. (Das habe ich jetzt ziemlich abenteuerlich umschrieben, gell😂.)


Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass sich heute jemand freiwillig meldet, um unsere Koffer hierher zu transportieren. Ich würde auf jeden Fall für keinen Preis der Welt heute aufs Meer hinausfahren. Eher kontaktiere ich Dr. Spock von der Enterprise und bitte ihn, mich hier weg zu beamen🤓.


Aber wir benötigen wirklich dringend ein paar Utensilien. Mal schauen, was wir im nächst gelegenen, hippigen Dorf vorfinden.


Äxgüsi, jetzt ist mir gerade noch etwas in den Sinn gekommen. Weisst Du noch, am Samstag bin ich doch auf der Landebahn in Morro de Sao Paulo angekommen. Dort stand ein Mann und fragte, in welches Hotel ich gehen möchte. Ich antwortete: Kein Hotel, es geht weiter nach Barra Grande. Er fragte nochmals ungläubig und kopfschüttelnd nach. Jetzt weiss ich, weshalb er mich so ungläubig angeschaut hatte. Du auch😅?


Dokumentation über eine Kommunikation eines Paares, welches sich an einem paradiesischen Ort, wo es seit Tagen ununterbrochen stürmt und regnet ohne Gepäck aufhält:

. Gehen wir frühstücken?

. Ich schaue nach dem Gepäck

. Wann möchstest Du Mittagessen?

. Ich frage nochmals, ob unser Gepäck gekommen ist.

. Ich glaube, ich reserviere uns einen Tisch fürs Abendessen

. Lass uns einen Break machen.

. Welches Land möchtest Du bei unserer nächsten Reise kennenlernen?


Seien wir doch mal ehrlich: Du kennst mich jetzt schon seit Jahren und weisst Bescheid, wie ich ticke. Das Gen für oberflächliche Eigenschaften existiert bei mir nicht. Ich vermisse keine Pumps, keine Seidenbluse (besitze ich auch gar keine), ja nicht mal den Kajalstift. Aber ein T-Shirt zum Auswechseln oder eine andere Hose….  das wäre wirklich sehr toll! Denn ich habe hier wegen des monsun artigen Regens keine Möglichkeit in das x-kilometer entfernte Dorf zu gelangen. Meine Flossen und der Schnorchel befindet sich ja auch im Koffer.


Ach das muss ich Dir auch noch unbedingt erzählen: Bereits ein paarmal haben wir erfolglos versucht die Fluggesellschaft zu kontaktieren, um uns zu erkundigen, wo die Koffer momentan sind. Auch bei der Rezeption haben wir (wie Du aus der „Musterkonversation“ oben erkennen kannst) mehrmals nachgefragt. Das Beste zum Schluss: Man kann die Fluggesellschaft gar nicht anrufen: Es existiert kein Telefonnetz auf dieser Halbinsel🤣 Ach, was habe ich da gelacht!😏


Die Zeit hier schlage ich mir um die Ohren mit Lesen, was ich ja wirklich liebe, schreiben und mir überlegen, wie ich am Donnerstag den nächsten Zwischenstopp erreiche. Schliesslich führt die Fahrt gezwungener massen wieder übers offene Meer. Wahrscheinlich haben sich bei mir dann bereits Schwimmflügel zwischen den Zehen gebildet, so dass ich ohne grosse Angst die Bootsreise antreten kann. Aber bis dahin vergehen ja noch ein paar Tage. Wer weiss, vielleicht ist mir Petrus doch noch gut gesinnt und lässt bis mich dahin ein paar Sonnenstunden geniessen. Es wäre auch wesentlich einfacher, das einzige Outfit, welches ich abends jeweils auswasche, trocken zu bringen. Glaub mir, das ist gar kein einfaches Unternehmen bei dieser herrschenden Luftfeuchtigkeit!


Vorteilhaft an diesem Missgeschick ist, dass ich mir keinen Kopf zerbrechen muss, was ich anziehen soll. Höchstens darüber, ob ich das T-Shirt heute mal verkehrt rum über den Kopf ziehe, damit es ein wenig nach Abwechslung aussieht!

Juhui, ich habe wieder, zumindest kurzzeitig, Kontakt mit der Aussenwelt😂


Montag, 18. April 2022, 13.10h, Ortszeit:

Endlich: Unsere Koffer sind jetzt auch angekommen!

🥳


Was bin ich doch für ein Glückspilz heute! Erst kommt mein Koffer unversehrt an und dann hört es plötzlich auf zu regnen. Schnell raus aus dem Zimmer, endlich die Umgebung und den Strandbesichtigen! Ich öffne also meinen vor 4 Tagen gepackten Koffer und, Du wirst es mir nicht glauben, ich bin völlig überfordert vom Angebot an T-Shirts, Tops, Sommerkleid etc. Es war doch, im Nachhinein betrachtet, gar nichtso übel, keine Auswahl zu haben. Ich entscheide mich trotzdem für ein „frisch“ (nach 4 Tagen unterwegs im Koffer: na ja🧐) gewaschenes Top und los geht‘s. Endlich raus an die frische Luft!

Ein kleine Anekdote für Dich, Leserin: Nun da ich endlich wieder im Besitze meines Nécéssaires mit allen notwendigen Damen-Utensilien bin, stehe ich davor und denke: Eigentlich brauche ich davon gar nichts! Was soll ich mit einer Nachtcreme, einem Abdeckstift, Wimperntusche? Mein Partner ist auch noch nach 4 Tagen ohne dieses Übermalen von ein paar altersbedingten Unschönheiten noch an meiner Seite. Aber, wohin sollte er auch? Er kann ja nicht weg von der Insel😂

Also behalte ich die Schmink-Utensilien sicherheitshalber. Vielleicht kommt ja der Zeitpunkt an dem ich wieder in die Frauen-Trickkiste greifen muss!


Ich wünsche Dir eine gute Nacht und morgen einen guten Wochenstart!

Dein Wörterdieb


Dienstag, 19.04.2022:


Heute habe ich Dir nicht viel unterhaltsames mitzuteilen. Es hat wieder einmal den ganzen Tag geregnet und gewindet. Die Zeit haben wir uns mit Kartenspielen, Lesen vertrieben. Morgen sieht es leider auch nicht besser aus: Die Wettervorhersage lässt meinem Badeanzug keine Chance aus dem Koffer herauszuklettern.


Aber morgen ist sowieso bereits Mittwoch und die Planung der Abreise ist noch pendent. Uih, da fällt mir ein: Ich muss ja noch die Kontaktdaten von Dr. Spock googeln!


Also tschüss und bis bald😉

Mittwoch, 20. April 2022:


Juhui, es gibt ihn tatsächlich: Den blauen Himmel!

Eine kleine Lücke am Himmel zeigt mir auf, wie schön es eigentlich sein könnte. Schnell frühstücken und auf ins Dorf. Das bestellte Taxi kommt uns nach einer Stunde Wartezeit abholen. An dieser Stelle muss ich sagen, dass die 7km lange Strasse in ziiiiemlich schlechten Zustand ist nach diesen langen Regentagen. Als das Taxi uns dann im Hotel erreichte, hatte der Regen bereits wieder eingesetzt.


Ich liess mich aber nicht davon abhalten, endlich einmal etwas anderes als die Hotelanlage zu erkunden und so spazierte ich durch das kleine Dorf. Viel zu sehen gab‘s nicht: Es hat einige Souvenirshops, Kleiderläden, eine Apotheke, viele Bars und einige, einfach Restaurants. Nach einem kleinen Mittagessen machten mein Partner und ich uns wieder mit dem gleichen Taxi auf den Rückweg und genossen noch eine halbe Stunde die kurzzeitig zurückkehrende Sonne am Pool.


@meinen Sohn: Ich bin ja bekanntlicherweise die beste Investorin und Unterstützerin von Coca Cola Zero. Weisst Du, wie sie hier dem Coca Cola Zero sagen? Pina Colada🤭

Ausgerechnet jetzt, da ich endlich weiss und gesehen habe, in welcher Umgebung ich eigentlich die letzten Tage verbracht habe, heisst es, wieder packen. Morgen geht die Reise weiter!


Die erste Etappe wird wieder mit dem Boot stattfinden. Ich hoffe einfach, dass Neptun uns morgen gnädig ist und wir eine ruhige Überfahrt haben. Wie es nachher weiter gehen wird, erzähle ich Dir dann morgen Abend; nach meiner Ankunft. Ich bin selber schon gespannt!


Ich wünsche Dir ein gute Nacht 😘 


Mein lieber Leser:in


Ich bin gut an der neuen Destination angekommen. Natürlich möchte ich nicht unterlassen, Dir von der heutigen Kurzreise zu erzählen. 


Los gings es am morgen früh um 9h mit dem Taxi über die holprige Strasse (das kennst Du ja bereits) Richtung Dorf, zum Schiff-Anlegeplatz. Bereits auf dieser Fahrt war ich froh darüber, vorsorglich die Tablette gegen Seekrankheit genommen zu haben.


Unsere Fahrt auf einem kleinen Boot mit ca. 10 Personen, ging pünktlich um 10h los, Richtung Morro de Camamu . Und zum Glück war das Meer ruhig, der Himmel bedeckt und es regnete nicht (meistens jedenfalls).

Adieu! Schau nicht so traurig; wer weiss, vielleicht komme ich ja wieder.
Adieu! Schau nicht so traurig; wer weiss, vielleicht komme ich ja wieder.

Die ruhige Überfahrt, welche ich diesmal auch geniessen durfte, dauerte ca. 40 Minuten. In Camamu angekommen waren es nur ein paar Schritte bis zum Busterminal. Mein Partner und ich hatten nämlich Bustickets gekauft, um den Grossteil der Strecke mit der ÖV zu bewältigen. Nach 1.5 Stunden im Nirgendwo kam dann endlich unser Bus. Der Buschauffeur informierte uns als erstes, dass er jetzt erstmal essen gehe, schliesslich habe er Hunger. Danach ginge die Busfahrt erstmal in die Garage, dort wird der Bus dann ausgewechselt. Gesagt, getan! Was bleibt einem auch anderes übrig, schliesslich will ich den Rest meiner Tage nicht hier verbringen!


Nach dem wir bei der Busgarage den Bus gewechselt haben, fing es auch wieder einmal an zu regnen. Aber das kümmert einem ja nicht  gross, wenn man 2.5 Stunden in einem gut klimatisierten Schüttelbecherbus über gepflästerte Strassen chauffiert wird.

Angekommen beim Busterminal in Valenca hiess es, ein Taxi für die kurze Fahrt an den Hafen suchen. Das erwies sich auch gar nicht als schwierig; denn etliche Männer boten uns, kaum dem Bus entstiegen, ihre tollen Fahrdienste an.


Das letzte Wegstück bis unserem nächsten Ziel musste, wohl oder übel, mit dem Schiff bewältigt werden. Ich konnte mir bis heute nicht vorstellen, wieviel Gepäck und Menschen auf so einem Boot Platz finden! Aber: Es hat funktioniert und wir sind alle wohlbehalten auf der Insel Morro de São Paulo angekommen.


Jeder, der dort ankommt, muss sich erst registrieren, mit Pass-Nr., genauer Wohnadresse, etc.  etc. Danach natürlich noch eine Einschreibegebühr begleichen und schon ist man herzlich willkommen! Ein jüngerer Mann, bot seine Dienste als Kofferträger an. Die Koffer wurden mittels einer Schubkarre bis zu unserer Pousada von ihm transportiert. Denn hier, auf dieser Insel, gibt es keinerlei Motorfahrzeuge: keine Autos, keine Motorräder, keine Taxis, etc. Alles wird zu Fuss zurückgelegt.


Ich nahm das Angebot dieses flinken Mannes, sehr gerne in Anspruch. Denn es galt doch einige Hindernisse mit dem Gepäck zu überwinden: steile Aufstiege, Treppen, Bachüberquerungen etc. Ich war ja schon dankbar, dass ich, ohne nass zu werden, die Pousada nach gut 20 Minuten Fussmarsch erreicht hatte.


Nun sitze ich hier im Zimmer und schreibe Dir einen kurzen Überblick über den vergangenen Tag. Ehrlich gesagt, bin ich schon ziemlich erschöpft von der Reise und den Eindrücken, die immerfort auf mich einprasseln.


Deshalb schicke ich Dir noch ein paar Fotos und verabschiede mich für heute. Gute Nacht, 👋 


Freitag, 22. April 2022:

Heute früh hat mich die Sonne, welche vom Meer her, in unser Zimmer schien, geweckt. Was für ein schöner Anblick!

Schnell unter die Dusche und ab zum Frühstück. Danach kramte ich mein Bikini zuunterst aus dem Koffer hervor, Badtuch, Sonnenbrille noch in das kleine Rucksäckchen, gut eincremen und los gings Richtung Strand. Ich freute mich riesig auf das Schwimmen im Meer. Seit einer Woche bin ich nun von Meer umgeben und heute sollte es mir endlich gegönnt sein, darin Schwimen zu dürfen. Schliesslich habe ich ja auch extra die Flossen und Schnorchel, Taucherbrille mit genommen. Aber diese liess ich heute zurück im Hotelzimmer. Ich wollte so schnell wie möglich los.


Nach einem Spaziergang über spitzige Steine, rutschige Aufstiege, durch die Brandung des Meeres, gelang ich an einen kleinen Strand, wo es auch die Möglichkeit für eine Erfrischung gab.


Und los: Ab ins warme Wasser! So herrlich👙!


Ganze zwei Minuten dauerte mein Glück! Es zeichnete sich vom Strand weiter vorn ein Gewitter ab. Also wieder raus aus dem Wasser. Schnell die Sachen wieder einpacken, den ganzen Weg zurück ins Hotel waten. Das Wasser scheint uns von allen Seiten zu umgeben. Zum Glück haben wir die Sonnencreme eingeschmiert, die dient uns mittlerweile als Imprägnierung😂

Aussicht vom Hotelzimmer
Aussicht vom Hotelzimmer
Das Restaurant, wo Frühstück und Abendessen eingenommen werden kann.
Das Restaurant, wo Frühstück und Abendessen eingenommen werden kann.

Apropos Frühstück: Beim gestrigen Check-in teilte uns der Mitarbeiter an der Rezeption mit, dass der Frühstücksraum nur nach einer strengsten hygienischen Kontrolle und mit Maske betreten werden darf. Wow! Wie vorbildich, dachte ich. In den letzten Tagen sah ich mich nur ein-, zweimal gezwungen, die Maske aufzusetzen. 


Als ich dann heute Morgen in Erwartung eines bürokratischen, medizinischen Grossuntersuchs zum Frühstück aufbrach, stellte sich heraus, dass diese angedrohten Massnahmen einzig und allein aus einer Flasche Handdesinfektions-Mittel bestand, welches freiwillig benutzt werden durfte😂.

Hallöchen, ich hoffe, Du bist gut in das wohl verdiente Wochenende gestartet!

Ich meinerseits: Ja, sehr gut. Obwohl, ich darf ja nicht jammern, von wegen endlich Wochenende usw. Schliesslich habe ich ja Ferien,


Heute Mittag bin ich und mein Reisepartner, trotz Regenschauer, Richtung Dorf spaziert. Vielleicht muss ich Dir das einfach näher erklären: Unsere Pousada befindet sich im sogenannten 3. Strandabschnitt. Es gibt total vier Strandabschnitte. Der erste Abschnitt ist derjenige, der sich gleich bei der Schiffanagestelle befindet, wo wir gestern angekommen sind. Dort herrscht Tag und Nacht „Halli-Galli“ und die Strassen ähneln Chinatown in New York: Kein Durchkommen durch die Menschenmenge und ein Souvenirshop am anderen. Danach folgt der 2. Strandabschnitt: Hier geht es schon ein kleines bisschen ruhiger zu. Hier treffen sich die Einwohner zum gemeinsamen Picknicken am Strand, zum Bier trinken und Geschichten erzählen. Ein kurzer Sparziergang weiter entlang der Meeresküste und Du findest den 3. Strandabschnitt. Hier befinde ich mich zurzeit. Eine ruhige Gegend, mit wenigen Pousadas, genauso wie ich es mag. Wenn ich Trubel, laute Musik und Menschenbrauche,dann weiss ich ja, wo ich diese finde.


Äxgüsi, jetzt bin ich abgeschweift.

Zurück zu meiner eigentlichen Geschichte. Angekommen im Dorf haben wir uns in einem der unzähligen Supermärkte mit Getränken eingedeckt. Auf der Suche nach einer Erfrischung an einer Bar blendete uns plötzlich die Sonne. Du kannst Dir denken, was jetzt kommt: Schnell zurück in unser Zimmer, die Badehosen an und ab ans Meer. Und tatsächlich konnten wir die Sonne heute für ein paar Stunden geniessen, den Pool ausprobieren, Schwimmen im Meer. Ferienfeeling pur😎


Heute Abend gehts auch wieder an den 1. Strandabschnitt. Da die Gezeiten hier jedoch ziemlich ausgeprägt, sicht- und spürbar sind, wird der Nachhauseweg bestimmt lustig. Bei der Rezeption ist auchein Merkblatt aufgehängt, mit den täglichen genauen Angaben über die Gezeiten, so dass man sich vorbereiten kann.


Man muss sich auch vorherüberlegen, was man für den geplanten Abend im nächsten Abschnitt anziehen will. Flip-Flop oder barfuss, kurze Hose. Ganz sicher bleibt mein Sommerkleid und die Sandalen (wie immer diese Woche) im Koffer.  Der Weg führt ja wie Du bereits weisst, durch eine kleine Meeresmündung, welche bei Flut (und unbeleuchtet in der Nacht) doch eine gewisse Herausforderung stellt.


Auf Anfrage bei der Rezeption nach einem alternativen Weg, kam die Antwort: Ja, über die Landebahn des Flughafens nebenan😳


Ich kann Dir morgen mehr darüber erzählen!


Hier noch ein paar Eindrücke des heutigen Tages, nur für Dich😉:

Spaziergang zum nächsten Strandabschnitt
Spaziergang zum nächsten Strandabschnitt
Tabelle mit den täglichen Gezeiten
Tabelle mit den täglichen Gezeiten

Klopf, klopf:) ich bin‘s schon wieder. Keine Sorge, lange störe ich Dich nicht mehr; die letzten Urlaubstage stehen vor der Türe und dann entlass ich Dich (und mich) wieder in den Alltag.


Ich möchte Dir noch von gestern Abend erzählen. Für unser Abendessen hiess es ja, wie bereits erzählt, über Stock und Stein, nein, ich meine natürlich durch Wasser und über Steine zu laufen, um dengewünschten Strandabschnitt zu erreichen.


Der Weg hatte sich aber definitiv gelohnt! Das Restaurant war geschmackvoll im Vintagestil eingerichtet (@Claudia: das würde Dir sehr gefallen!) und das Essen war vorzüglich.

Jetzt galt es ernst: Der Nachhauseweg stand an. Durch die Meeresflut im Dunkeln sich den Weg bahnen oder die Abkürzung über die Landebahn des Flughafens nehmen? Der Entscheid stand schnell fest. Der sicherere Weg über die Landebahn. 

Der Weg war gekennzeichnet mit einer kleinen Tafel und mein Partner und ich steuerten folgsam auf das Holztor zu, hinter welchem sich das Gelände des Flughafens befand. Plötzlich schien sich einer der Holzpfosten auf uns zuzubewegen. Beide sprangen wir erschrocken einen Satz zurück. In Tat und Wahrheit war es ein sehr dunkelhäutiger Securitas der angrenzenden Pousada, welcher sich nach dem Grund unseres Besuches erkundigte. In der stockdunkeln Nacht war dieser leider nicht zu erkennen😂

Er war sehr zuvorkommend und erklärte uns den weiteren Verlauf unseres Weges. Lachend und erleichtert sind wir spätabends in unserem Zimmer angekommen.


Samstag, 23. April 2022:


Heute hat sich die Bahia von ihrer schönsten Seite gezeigt, so wie ich sie bereits von früheren Reisen kenne: Sonnenschein, trocken und fröhliche Menschen.


Aufgrund der gestrigen, zwar kurzen, Erfahrung mit den vielen, spitzigen Steinen, welche einem den Einstieg ins Meer erschweren, ziehe ich heute meine absolut einmalig schönen, attraktiven undunwiderstehlich schönen Wasserschuhe an. Ich watschle also wie eine Ente Richtung Zielstrand. Ob ich zu Hause je wieder einmal in meine normalen Schuhe passe? Ich habe seit Tagen nur Flip-Flops odereben, wie heute, Wasserstrandschuhe an den Füssen.


Auf dem Weg machte ich noch die Bekanntschaft eines kleinen Äffchens. Diese Äffchen gibt es auch in unserem Pousadagarten.

Dazu möchte ich Dir gleich ein kleines Erlebnis erzählen.


Ein junges Äffchen turnte vergnügt auf einem Stromseil, welches zwischen zwei Palmen hing, währenddessen seine Mutter von der Palme her auf ihn achtete. Als jedoch ein Hund, welcher vorbeiging, das Kleine andauernd ankläffte, viel dieses vor Schreck vom Seil. Die Schaulustigen, welche sich mittlerweile am Strand versammelten um die Äffchen zu bewundern, schrien vor Entsetzen auf. Und was meinst Du, wie erst die Affenmutter ununterbrochen nach ihrem Jungen schrie?! Würde der Hund das Junge finden, wäre sein Schicksal besiegelt. Deshalb wurde der Hund von der Menschenmenge verjagt. Nach einigen Minuten fand die Affenmutter ihr Junges wohlbehalten im Gebüsch, nahm es auf ihren Rücken und brachte sie beide in Sicherheit auf die Kronen der Palme.

Die Menschen aus der Bahia oder auch aus anderen Landesteilen in Brasilien können stundenlang in einem Plastikstuhl am Strand sitzen, sich mit dem Natel oder nötigenfalls auch mit der Begleitung unterhalten, Bier trinken und dem Geschehen am Strand zuschauen.


Ich dachte nach zwei Stunden ruhig sitzen auf dem Stuhl: Gleich muss ich meine Stützstrümpfe, welche ich nur für Langzeitflüge brauche, hervornehmen, ansonsten faulen mir meine Beine ab😬. Soweit ist es aber zum Glück nicht gekommen. Stell Dir vor, wie das ausgehen hätte: Stützstrümpfe und Wasserstrandschuhe😂. Um die Mittagszeit zog ein Regenschauer vorbei, wir packten unsere Sachen und kehrten zurück in die Pousada um dort noch ein wenig den Pool zu geniessen. Was für ein Stress, gell:)


Der hiesige Pool ist ausgerüstet mit etwa fünf Liegestühlen und schön anzusehenden, dekorativen Sonnenschirmen. Das bedeutet, dass einem nach spätestens 15 Minuten entweder schlecht wird wegen dem Sonnenstich oder man sich freiwillig trotz schönstem Wetter ins Innere verzieht. 


Auf unsere Nachfrage, ob es nicht möglich wäre, richtige Sonnenschirme aufzustellen, bekamen wir die Antwort: Nein! Diese „Sonnenschirme“ sehen schön aus und bleiben, wo sie sind. Wenn die sonnenbadenden Gäste Schatten wünschen, müssen sie sich diesen selber suchen, zum Beispiel hinter dem Geräteschuppen. Na ja, … es ist wie bei vielen Dingen im Leben: Hauptsache es sieht von Aussen schön aus!


Sonntag, 24. April 2022:


Sali mein lieber Leser:in, ich hoffe, Du hattest ein tolles Wochenende und startest gestärkt in die kommende Woche!


Ich habe Dir heute nicht soo viel zu erzählen. Das schöne Wetter lud geradezu ein, einen faulen Strandtag einzubauen. Dieser wurde auch nur kurz durch einen heftigen Regenschauer unterbrochen. 


Morgen, Montag, ist unser letzter Tag auf dieser Insel. Ich möchte unbedingt noch Mitbringsel für meine Kinder und andere Lieben zu Hause besorgen. Mal schauen, ob ich hier fündig werde.


Ansonsten habe ich wahrscheinlich in Salvador da Bahia noch Zeit um einzukaufen.


Die Heimreise gestaltet sich in verschiedenen Etappen. Nein, nein, nicht so abenteurlich wie die Anreise; aber trotzdem nicht alltäglich. Am Dienstag geht‘s mit einem Kleinflieger, ja genau, von der Piste neben unserer Pousada, Richtung Salvador da Bahia. 

Dort verbringen wir noch ein wenig Zeit bis wir am Mittwoch, spät nachts, ganz konventionell mit einer normalen Fluggesellschaft Richtung Lissabon zurückfliegen.


Was soll denn das jetzt?! Es ist erst Sonntag! Natürlich geniesse ich die Zeit hier in vollen Zügen, bin froh, keine Termine wahrnehmen zu müssen und meinen Tag so zu gestalten, wie mir gerade danach ist. Im Innersten kommt einfach wieder langsam die „Glugge“ hervor (wie mich gute Freunde auch nennen) und ich freue mich, meine Lieben zu Hause in den Arm nehmen zu dürfen😍!


Weil ich Dir heute keine grosse Unterhaltung oder spannendes zum Lesen bieten kann, entschädigen Dich vielleicht ein paar Eindrücke der letzten 24 Stunden.


Liebe Grüsse

Dein Wörterdieb

Schattenspiele am Strand🏖
Schattenspiele am Strand🏖

Bom Dia:)


Ich bin am Packen für die heutige Weiterreise nach Salvador da Bahia. Es regnet wieder einmal und das Internet fällt auch dauernd aus. Deshalb fasse ich mich kurz und bündig: Ich wünsche Dir einen erfolgreichen, schönen Tag und ich melde mich aus Salvador wieder🤓tschüüüss✈️


Mittwoch, 27. April 2022:

Sodeli, mein lieber Leser:in, das Ende der Ferien steht vor der Türe und klopft schon ziemich hartnäckig. Ich bin aber noch nicht gaaaanz bereit, die Türe zu öffnen. Heute es noch eineTourdurchSalvador da Bahia zu machen; letzte Chance „Mitbringsel“ einzukaufen. Das Hotel, in welchem ich untergekommen bin, wartend auf den Flug nach Hause, liegt jedoch nicht sehr günstig, umkurzmalshoppen zu gehen. Es liegt in der näheren Umgebung des Flughafens, also genauer gesagt: im nirgendwo und -zig Kilometer von Einkaufsläden (welche einigermassen ohne Polizeischutz zubesuchenwären)entfernt. Mal schauen:)


Der gestrige Flug verlief trotz einigen Regenschauern und dicken Wolken, welche dem Kleinflieger den Weg erschwerten, einigermassen ruhig. Die Aussicht auf die vielfältige, interessante NaturausdemFlieger erstaunt mich immer wieder. Es gibt hier viele Flüsse, Regenwald, kleine Dörfer usw. Der Anflug auf die Grossstadt Salvador da Bahia ist ein Spektakel für sich. Man fliegtübermoderneGeschäftsviertel und kurze Zeit später über riesige Favelas.


Uih, fast vergessen:

Ich stamme ja von der Art „Allesfresser“ (sorry, für den unschönen Ausdruck), ich kann Süsses mit Salzigem mischen, Desserts zum Frühstück vertigen, probiere alle kulinarischen Köstlichkeiten derverschiedenen Küchen auf der Welt aus und dies ohne Probleme. Denkste! Bis gestern Abend! Da landete ein gegrillter Fisch auf meinem Teller, der mir den Garaus machte und mit ziemicherÜberzeugungskraft zeigte „wo Bartli den Most holt“. Die Taxifahrt zurück zum Hotel war die Hölle für mich. Aber jetzt, am morgen danach, geht es mir wieder gut.

Und was, bitte schön, habe ich aus dieser Erfahrung gelernt? Nichts! Ich werde weiterhin neugierig alles, was auf meinen Teller kommt, ausprobieren😬


Nun ist es also soweit: Die letzten Zeilen meines Abenteuers werden geschrieben. Die Zeit zum Aufbruch auf den Flughafen naht und ich bin auch schon voller Vorfreude auf meine Familie und Freunde zu Hause😍


Dir, mein lieber Leser:in, danke ich herzlich, dass Du mich durch diese letzten Tage begleitet hast. Ich hoffe, Du hattest etwas Spass dabei und wirst mich bei meinem nächsten Abenteuer, welches übrigens bereits in der „Pipeline“ steckt, wieder begleiten. Ich würde mich darüber sehr freuen!


Ich wünsche Dir bis dahin eine gute Zeit, bleib gesund und geniesse jeden Augenblick Deines einzigartigen Lebens!


Liebe Grüsse


Wörterdieb

Tschüüüss😘
Tschüüüss😘