330 Jahre Lebenserfahrung auf Reisen

08. Oktober 2021


Mein lieber Leser:in

So ist doch jetzt die korrekte Grammatik bei der Anrede, oder? Aber bitte entschuldige vielmals vorab schon, wenn ich das hin und wieder in meinen Texten vergesse. Du weisst, es ist nichtböseoderabsichtlich gemeint, ich habe alle Menschen, welche ehrlich und gerade sind gerne, egal, ob sie links, recht, geradeaus oder schräg denken und lieben.


Du hast also richtig gelesen: 330 Jahre Lebenserfahrung begleiten mich auf meiner nächsten Reise! Das wird bestimmt ein einmaliges Abenteuer! Du fragst Dich, was es mit diesen 330 Jahren aufsichhat?Das wäre eigentlich bereits eine Geschichte, welche einen eigenen Blogg verdient hätte, das kann ich Dir versichern.


Aber jetzt erstmal eins nach dem anderen: Wie immer bei Reisen in diesen Pandemiezeiten, gilt es viele Vorkehrungen, Abklärungen zu treffen, PCR-Tests zu organisieren, angeforderte Dokumente zumrichtigen Zeitpunkt einzureichen etc. Das Ziel der Reise liegt in Brasilien. Das ist ja kein unbekanntes Reiseziel für Dich; ich habe darüber schon einmal berichtet. Dieses Mal werde ich zuerst einpaar Tage in Niteroi verbringen, danach weiterreisen nach Porto Seguro (liegt im Bundesstaat Bahia) und über Salvador (Hauptstadt von Bahia) nach Hause zurückkehren. Diese Orte sind mir nichtunbekannt,trotzdem freue ich mich auf viele neue Erfahrungen, Erlebnisse und Bekanntschaften. Am meisten würde ich mich darüber freuen, wenn Du mich auf dieser Reise wieder begleiten würdest:)


PS: Weshalb meine Texte ohne korrekten, grammatikalischen Abstand, und nicht so wie ich es eintippe, auf dem Blogg erscheinen: Das habe ich „technisches Genie“ leider bis heute trotztiefgründigen,längeren, nervenaufreibenden Rechercherchen, nicht herausgefunden. Also, wenn Du, mein lieber, treuer Leser, ein Computergenie bist: Bitte melde Dich bei mir! 


Jetzt liegen genau noch 6 1/2 Tage vor mir, bevor diese abenteuerliche Reise ihren Anfang nimmt. Ich freue mich unglaublich auf ein paar arbeitsfreie, terminfreie Tage! Seit 6 Monaten hatte ich keine „richtigen“ Ferien mehr. Du magst Dich an das verlängerte Wochenende in Rom erinnern? Ja, richtig; als erholsam konnte man das leider auch nicht bezeichnen. Aber wichtig ist: Mein Reisepartner ist unterdessen wieder vollkommen genesen! Und das ist das Wichtigste!


Bestimmt, fragst Du Dich: Wann schreibt sie endlich von ihren Ferienerlebnissen? Eine berechtigte Frage und durchaus verständlich! 

Mein Reisebericht beginnt, hoffentlich, wie gesagt, in 6 1/2 Tagen. Ich freue mich, Dich dann auf meinem Blogg begrüssen zu dürfen!!

Bis bald, Dein Wörterdieb!


Die Tage bis zu meiner geplanten Abreise sind leider anders verlaufen als geplant. Eine mir sehr nahe stehende Person ist verstorben. Deshalb habe ich meine Ferien verkürzt und bin erst am 20.Oktoberlos.


Also, mein treuer Leser, alles auf Null, Antennen neu fixieren und los geht‘s!


Mittwoch, 20. Oktober 2021:

Mein Reisegrüppli ist bereits seit 1,5 Wochen am Zielort. Wie ich zwischendurch höre, haben sie es gut miteinander und geniessen verschiedene Aktivitäten.

Ich mache mich heute auf den Weg. Komischerweise freue ich mich diesmal auf die lange Anreise. Ich brauche Zeit für mich, meine Gedanken, meine Gefühle. Alles scheint ungeordnet und vernachlässigt in mir zu wohnen. Deshalb nutze ich die kommenden langen Stunden, um in mir wieder ein wenig Ordnung zu schaffen.


Mein Gepäck ist nur 7 kg schwer, das heisst, ich kann ohne langes Anstehen direkt zur Sicherheitskontrolle und los gehts. 

Endlich angekommen
Endlich angekommen

Donnerstag, 21. Oktober 2021:

Es ist noch früh morgens, ca. 5Uhr. Alles im Haus ist im still. Sogar die beiden Hunde, welche zum Haus von Bernadete gehören, scheinen noch zu schlafen. Da ich im Flugzeug zwischendurch gedöst habe,bin ich jetzt hellwach. Tja der Jetlag wird auch noch seinen Anteil daran haben, denke ich.


Aber egal: So habe ich Zeit, um Dir zu schreiben.


Ich werde jetzt 2 Tage hier bei Bernadete verbringen. Bernadete ist ein Teil der genannten Reisegruppe. Damit näheren wir uns den 330 Jahren um weitere 63 Jahre Lebenserfahrung:)


Mein Programm von heute? Ehrlich gesagt: No programm, das süsse Nichtstun geniessen, ankommen am anderen Ende der Welt, meine Batterien wieder langsam auftanken.


Aber jetzt erstmal: Kaffee trinken:)

Bis später!


Es kommt mir schon ein wenig surreal vor, die momentane Situation. Gestern noch im Hochkonjunktur Land Schweiz und heute sitze ich hier auf der Terrasse und trinke in aller Ruhe, ohne Stress, ohne Termindruck einen Kaffee. Dabei schaue ich vergnügt den kleinen Affen in Nachbars Garten beim Spielen zu, beobachte die Pferde, welche selbständig ihren morgendlichen Spaziergang durch die löchrigen Strassen unternehmen. Eins haben die örtlichen Behörden zumindest gemein mit den unsrigen: Es scheint nach einer erteilten Baubewilligung (falls dies hier überhaupt nötig ist), seeehr lange zu dauern bis zur Bauvollendung!

Die Baustelle links von meinem momentanen Domizil sieht noch genau so aus wie vor einem Jahr:).

Unterdessen ist die gesamte Truppe zusammen; die geballte Ladung 330 Jahre Lebenserfahrung! Das sind Bernadete, welche Du ja bereits kennst, mein Partner (55 Jahre), Hanni (80 Jahre), das ist die Mutter meines Partners und schliesslich Ruth (77 Jahre), die Kollegin von Hanni. Keine Sorge, Du brauchst Dir nicht alle Namen und die Beziehungen untereinander zu merken; es würde auch zulange dauern, das Entstehen dieser Reisetruppe zu erläutern. PS: Ich hoffe, die erwähnten Damen nehmen es mir nicht übel, dass ich hier ihr Alter erwähnt habe.

Dieses kommunikationsstarke und diversitäre Reisepaket bricht bereits übermorgen weiter auf, mit dem Flieger Richtung Porto Seguro. 


Freitag, 22. Oktober 2021


Gestern Abend waren nur wir vier Gringos unterwegs nach Niteroi, wir gingen auswärtss essen, in einer Churrascaria. Später kam dann Bernadet auch noch dazu. Vielleicht sagt Dir „Churrascaria“ nicht viel; dann gebe ich Dir hier einen kleinen Einblick: Das Churrasco entstand bereits vor ca. 300 Jahren, als die Gauchos noch ihre Herden monatelang über die südamerikanischen Steppen getrieben haben. Abends wurden einzelne Tiere aus der Herde geschlachtet und am Lagerfeuer auf Spiessen gegrillt. Man sass gemütlich zusammen, erholte sich von der Tagesarbeit und macht Musik. Churrasco ist ein Synonym für Geselligkeit und gemütlichem Beisammensein. 


Kurzum gesagt: Als Vegetarier hättest Du bestimmt keinen Spass in einer Churrascaria; es gibt Unmengen an Fleisch zum vertilgen!

In der Churrascaria
In der Churrascaria

Freitag, 22.10.2021


Heute stand der Corcovado auf dem Programm. Eigentlich liegt dieser bekannte Berg nur 33km von meinem jetztigen Standort entfernt, jedoch dauerte die Autofahrt mehr als 2 Stunden. Damit wir denterminierten „Train to Corcovado“ rechtzeitig erreichten, galt es die Fahrt in brasilianischer Art anzugehen: Harrakiri-mässig, kann ich nur sagen. Jetzt weiss ich auch, weshalb eine so grosseChristus-Statue auf dem Corcovado nötig ist; ich musste mich 100mal bedanken, dass ich gesund und munter dort angekommen bin!


Der Corcovado ist ein Wahrzeichen in Brasilien ist wahrscheinlich auf der ganzen Welt ein Begriff. Der Corcovado (auf deutsch der Bucklige) ist ein 710m hoher Berg im Stadtgebiet von Rio de Janeiro.Auf ihm steht die monumentale Christusstatue Cristo Redentor, die neben dem Zuckerhut als Wahrzeichen der Stadt gilt. Die im Jahr 1931 eingeweihte Statue ist 30m hoch, inklusive Sockel beträgt dieHöhe insgesamt 38m. 


Es war ein herrlicher Tag mit viel Sonnenschein und einer atemberaubender Weitsicht!

Die Rückreise nach Itaipu verlief wieder genau so langwierig wie die Anfahrt; unglaublich viel Verkehr, adrenalingeladene Verkehrssituationen. Um 15h machten wir einen Zwischenstopp um ein spätes Mittagessen einzunehmen. An dieses Mittagessen werde ich mich wahrscheinlich noch die ganze nächste Woche erinnern, weil ich nun bestimmt nie die Chance erhalten werde in mein Bikini zu passen. Das Essen war köstlich und ausgezeichnet zubereitet, da gibts gar nichts zu bemängeln! Aber so mastig und viiiieeel; wir hätten eine ganze Fussballmannschaft mit unseren bestellten zwei (!) Portionen verköstigen können.

Zwischenzeitlich ist der Abend angebrochen und es heisst für mich bereits wieder: Packen! Morgen geht die Reise bereits weiter mit dem Flieger nach Porto Seguro.


Von dort werde ich Dir dann hoffentlich wieder Spannendes und Abenteuerliches zu berichten haben.


Bis bald:)

Samstag, 23. Oktober 2021


Hallöchen mein lieber Leser:in

Jetzt befinde ich mich nördlich von Rio de Janeiro, in Porto Seguro.


Am Morgen um 9h verliessen wir Itaipu mit dem Mietwagen Richtung Flughafen, retournierten das Mietauto und checkten ein. Dann hiess noch  1.5 Stunden die Zeit überbrücken bis zum Abflug. Der nationale Flughafen,  Santos Dumont, ist eher klein, überschaubar und schnell hat man die drei, vier Kosmetik- und Souvenirläden abgelaufen.


Der Flug verlief ruhig und nach gut 1.5 Stunden waren wir bereits am Zielflughafen angelangt. Und was hat uns da erwartet? Regen! Na toll! Und ich habe mich sooo darauf gefreut, endlich ins Meerspringen zu dürfen. Ja, ja, Du hast recht: Wieso kann man bei Regen nicht im Meer schwimmen gehen?! Wäre eigentlich kein Problem, wären da nicht die stürmischen Wellen und die Flut, welche diese Wellen noch einschüchternder erscheinen lässt. Aber eins nach dem anderen; erst musste ich ja vom Flughafen überhaupt ans Meer gelangen. Mit einem vom Hotel avisierten Van gings mit der Autofährenach Arraial d‘Ajuda, Porto Seguro. Die Fahrt dauerte gut eine Stunde und wir fuhren beim gebuchten Hotel vor. Die Hotelanlage und ihre Zimmer scheinen ihre Glanzjahre längst hinter sich zu haben.Aber: Es ist sauber gehalten, einfach eingerichtet und die überlebensnotwendigen Gegenstände wie Safe, Bett und Dusche sind vorhanden; ob sie dann auch funktionieren, sei vorerst dahin gestellt.Morgen kann ich Dir näheres darüber berichten. Das Internet scheint hier auch noch in den Kinderschuhen zu stecken: Die Fotos, welche ich Dir noch zeigen möchte, sind noch nicht hochgeladen und es scheint, als ob das noch Stunden dauern wird. Plaudern wir einfach morgen weiter, einverstanden?


Schlaf gut!

Sonntag, 24.10.

Wiedermal ist bei mir um 6h Tagwach. Die innere Arbeitsuhr ist noch nicht auf Ferien eingestellt. Na ja, was solls: Leise aufstehen, duschen und die Hotelumgebung erkunden heisst mein ganz eigenes Programm. 


Der Rest meiner Reisetruppe ist langsam aber sicher auch auf den Beinen, zum Glück; mir knurrt nämlich langsam der Magen und die Lust auf einen Kaffee steigt schier ins unermessliche.


Aber das Warten hat sich definitiv gelohnt: Das Frühstücksbuffet ist sensationell!


Das hat dann auch wiederum seine Schattenseite: Mein schwacher Geist hatte beim Buffet Überhand genommen und die süssen Leckereien sind auf meinem Teller gelandet. Also, heisst es nun, ab an den Strand und einen langen Spaziergang bewältigen. Der wiedermal aufziehende Regen verkürzte dann jedoch den Spaziergang. Ja nu: Der Wille war ja wenigstens vorhanden:)


Nachmittags zeigte sich die Sonne noch einmal, ganz zögerlich. Schnell, schnell! Endlich das neue Bikini anprobieren, einen Liegestuhl schnappen und kurz das Gefühl von Sommerferien aufkommen lassen und geniessen! Juhui! 

Ich war gerade so am Träumen und dann: Autsch! Was war denn das? So schnell hast Du mich noch nie aufspringen sehen. Da hat mich tatsächlich eine Biene in meinen Allerwertesten gestochen!  Das wird bestimmt noch Anschwellen bis am Abend, denke ich mir. 

Aber anderseits hat das ja auch eine positive Wirkung: Mal das Gefühl zu erleben, wie eine brasilianische Schönheit mit viel „Fudi“ umherzustolzieren. Ich bräuchte nur noch einen zweiten Bienenstich, damit das Erscheinungsbild nicht soo einseitig ist:)

Ein kleiner Sonnenanbeter
Ein kleiner Sonnenanbeter
Spaziergang am Strand
Spaziergang am Strand

Montag, 25.10.2021

Mir kommt es vor, als ob ich erst gestern einen PCR-Test machen musste, nämlich für die Hinreise. Nach meinem Gefühl und der bezahlten CHF 160.00 sollte der eigentlich noch längere Zeit seine Gültigkeit haben:) Aber Nein: bereits sitze ich am morgen früh wieder am iPad, um den PCR-Test für die Rückreise zu organisieren.Dieser Termin muss 3 Tage vor dem gewünschten Testtermin organisiert werden. Und Du kannst Dir sicher vorstellen, wie kompliziert und langwierig das hier so abläuft. Obwohl mein Reisepartnerportugiesich spricht, scheint es sehr schwierig, dem Spitalpersonal zu erklären, was wir wann und wo wünschen. Schlussendlich ist es geschafft und wir „dürfen“ am kommenden Donnerstag nach Porto Seguro ins Spital fahren für den PCR-Test. Hoffen wir einfach, dass dem dann auch so ist und alles klappt! Denn gleich nach dem Test heisst es, ab an den Flughafen für die Weiterreise nach Salvador. Aber dazu erzähle ich Dir in den kommenden Tagen mehr.


Ein Montagmorgen ohne Arbeit, mit Sonne und dem Sand unter den Füssen! Was für ein tolles Lebensgefühl! Wir spazierten einige Kilometer der über 100km langen Sandküste entlang, schwammen im badewasserwarmen Meer und gegen Mittag gings zurück Richtung unserer Hotelanlage, wo wir dann auf die restliche Reisegruppe stiessen: denn drei Damen vom Grill, wie ich sie nenne:)


Oh, das möchte ich Dir auch noch erzählen: Natürlich gibt ja auch hier, wie fast an allen Stränden der Welt, Strandverkäufer, welche alles mögliche an den Mann bringen möchten. Was mich jedoch wirklich überraschte: Die Einheimischen können die so gekaufte Ware mittels PIX (wie bei uns TWINT) an den Strandverkäufer bezahlen! Das finde ich doch mal fortschrittlich! So ist der Strandverkäufer auch nichtirgendwelchen Überfällen ausgeliefert, weil er ja fast kein Bargeld mehr mit sich führt.


Gleich um die Ecke bei uns gibt es ein kleines Strandlokal, bei welchem wir uns um die MIttagszeit einen Fisch teilten und diesen mit Wohlgenuss verschlangen.


Wir beschlossen am Abend nochmals mit der Fähre von Arrajal d‘Ajuda, unserem Standort, nach Porto Seguro zu fahren um ein wenig die Markstände und lokalen Boutiquen zu erkunden. 

Dienstag, 26.10.2021


Hier noch ein kleiner Tipp von Ruth, falls Du mal Strandferien auf dem Programm hast:

Die Körpercreme vom Hotel ist ausgezeichnet; nach deren Gebrauch fühlt sich Deine Haut ganz weich an!

Die Lösung dazu: Es gibt hier im Hotel gar keine Körperlotion; es handelt sich um den Conditioner für die Haare, welche Ruth eingerieben hat:)


Heute steht ein besonderer Tag auf dem Programm: Nur mein Reisepartner und ich verbringen den Tag zusammen! Wir mieten uns ein Auto bei einer lokalen Autovermietung und wollen Richtung Praja d‘esprellio (Spiegelstrand). 


Für die Autoübergabe war eigentlich 9h morgens abgemacht. Es dauert jedoch zu lange hier zu erklären, weshalb wir erst um 10.15h schlussendlich losfahren konnten. Keine 300m nach dem Start legten wir den ersten Stopp ein. Ein Warnlicht, welches immer wieder aufblinkte und Warntöne von sich gab, machte uns unsicher, so dass wir Rücksprache mit der Autovermietung hielten. Alles ok, es handelt sich um eine Warnmeldung, wenn die 50 km/h überschritten werden. Weiter geht‘s mit der klapprigen Carrosse, ohne Klimaanlage, aber mit viel Sonnenschein und hoher Temperatur!


Das Auto wurde uns mit beinahe leerem Tank übergeben: also erstmal die nächste Tankstelle aufsuchen. Um 11h waren wir dann bereits schon irgendwo im „Gügihü“ (irgendwo im nirgendwo) und unser Auto machte ganz seltsame Geräusche, als ob das rechte Vorderrad nur noch an einem Faden hinge. Also wieder in Zwischenstopp, Rücksprache mit der Autovermietung. Der Mann am anderen Ende des Telefons, erklärte uns, dass die sehr holprigen Strassen zu Schäden bei der Aufhängung führen können, vorallem, da das Auto ohnehin schon schier auseinanderzubrechen drohte. Wir sollten einfach langsam und vorsichtig weiterfahren. Umkehren oder weiterfahren? Wir entschieden uns mutig fürs Weiterfahren.


Bei einem Indianerdorf in Itapuranga hielten wir nochmals an, diesmal freiwillig, um die von den einheimischen zum Verkauf hergestellten Küchen- und andere Utensilien zu bewundern.


Endlich haben wir dann unser Ziel erreicht. Und ich muss Dir sagen: Die ganze Aufregung, die holprige Fahrt; alles hat sich definitiv gelohnt! Dieser Strandabschnitt ist einzigartig! Ich schicke Dir nachher ein paar Fotos, damit Du Dir selber einen Eindruck davon machen kannst!

Typische portugiesiche Häuser in Porto Seguro
Typische portugiesiche Häuser in Porto Seguro
Öffentliche Natel-Ladestation:)
Öffentliche Natel-Ladestation:)

Dienstag, 26.10.2021


Hier noch ein kleiner Tipp von Ruth, falls Du mal Strandferien auf dem Programm hast:

Die Körpercreme vom Hotel ist ausgezeichnet; nach deren Gebrauch fühlt sich Deine Haut ganz weich an!

Die Lösung dazu: Es gibt hier im Hotel gar keine Körperlotion; es handelt sich um den Conditioner für die Haare, welche Ruth eingerieben hat:)


Heute steht ein besonderer Tag auf dem Programm: Nur mein Reisepartner und ich verbringen den Tag zusammen! Wir mieten uns ein Auto bei einer lokalen Autovermietung und wollen Richtung Praja do espelho (Spiegelstrand). 


Für die Autoübergabe war eigentlich 9h morgens abgemacht. Es dauert jedoch zu lange hier zu erklären, weshalb wir erst um 10.15h schlussendlich losfahren konnten. Keine 300m nach dem Start legten wir den ersten Stopp ein. Ein Warnlicht, welches immer wieder aufblinkte und Warntöne von sich gab, machte uns unsicher, so dass wir Rücksprache mit der Autovermietung hielten. Alles ok, es handelt sich um eine Warnmeldung, wenn die 50 km/h überschritten werden. Weiter geht‘s mit der klapprigen Carrosse, ohne Klimaanlage, aber mit viel Sonnenschein und hoher Temperatur!


Das Auto wurde uns mit beinahe leerem Tank übergeben: also erstmal die nächste Tankstelle aufsuchen. Um 11h waren wir dann bereits schon irgendwo im „Gügihü“ (irgendwo im nirgendwo) und unser Auto machte ganz seltsame Geräusche, als ob das rechte Vorderrad nur noch an einem Faden hinge. Also wieder in Zwischenstopp, Rücksprache mit der Autovermietung. Der Mann am anderen Ende des Telefons, erklärte uns, dass die sehr holprigen Strassen zu Schäden bei der Aufhängung führen können, vorallem, da das Auto ohnehin schon schier auseinanderzubrechen drohte. Wir sollten einfach langsam und vorsichtig weiterfahren. Umkehren oder weiterfahren? Wir entschieden uns mutig fürs Weiterfahren.


Bei einem Indianerdorf in Itapuranga hielten wir nochmals an, diesmal freiwillig, um die von den einheimischen zum Verkauf hergestellten Küchen- und andere Utensilien zu bewundern.


Endlich haben wir dann unser Ziel erreicht. Und ich muss Dir sagen: Die ganze Aufregung, die holprige Fahrt; alles hat sich definitiv gelohnt! Dieser Strandabschnitt ist einzigartig! Ich schicke Dir nachher ein paar Fotos, damit Du Dir selber einen Eindruck davon machen kannst!

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Stell Dir mal diese Frechheit vor: Der Autovermieter (vom Ausflug am Dienstag) hat doch tatsächlich die Frechheit uns per Mail mitzuteilen, dass er den Mietwagen in die Garage bringen musste, weil wir diesen kaputt gefahren hätten! So was von unverschämt!


Genug gemeckert! Weiter gehts mit meinem Kurztripp! Heute ist ja bereits wieder Packen angesagt. Um 8h gehts mit dem Taxi vom Hotel Richtung Spital in Porto Seguro. Dort ist mein, inzwischen wöchentlicher, PCR-Test angesagt. Du meine Güte! Bei aller Schönheit der Bahia und ihren Stränden: ich hoffe, Du brauchst hier nie einen PCR-Test zu machen! Als ich meine Reisebegleiter mit tränenden Augen vom Test herauskommen sah, wurde mir schon fast übel und ich wusste, was mich erwarten würde.  Ja, ja, Du hast ja recht: ich bin ein fürchterlicher Angsthase! Trotzdem: Es war der unangehmste Test ever!! Aber zum Glück dürfen wir alle ohne irgendwelche Quarantäne nach Hause reisen und das ist das Wichtigste!


Angekommen am Flughafen in Porto Seguro heisst es nach dem Check-In noch eine Stunde Wartezeit überbrücken. Das ist gar nicht so einfach bei einem Flughafen von gefühlten 100m x 50m Grösse:) Die drei Damen „vom Grill“ verbrachten ihre Zeit im Schmuckladen und beglückten den Inhaber mit ordentlichem Tagesgewinn:)


Der Anflug auf Salvador de Bahia war sehr beeindruckend: Eine Favela nach der anderen, Hochhäuser, wie wir sie uns nur in New York vorstellen würden: einfach eine riiiesige Stadt mit zirka 4 Millionen Einwohnern. Aber trotzdem: Diese Stadt hat mich bei meinem ersten Besuch bereits in den Bann gezogen: die afrobrasilianische Kultur, das historische Altstadtviertel Pelourinho mit den kopfsteingepflasterten grossen Plätzen sind einfach einzigartig!


Für mich als blonde, schlanke Europäerin ist das Schlendern durch die Gassen zusätzlich noch ein Erlebnis. Die meisten der Einheimischen gaffen mich an, sind genauso neugierig auf mich wie ich auf sie. 


Die Stadt hat sich seit mein meinem letzten Besuch positiv verändert; ich empfinde den Spaziergang durch die Strassen als sicherer. Klar, trage ich nach wie vor keinerlei Schmuck an mir oder stelle (nicht vorhandene) teure Handtaschen zur Schau. Aufmerksam, achtsam und vorsichtig durch die Strassen von Salvador de Bahia spazieren und das Ergebnis ist ein tolles Lebensgefühl!


Jetzt habe ich aber genug geschwärmt von Salvador. Schliesslich ist jetzt bei mir noch einiges an Papierkram zu erledigen für die Rückreise: Formulare für die Durchreise in Portugal, Einreise in die Schweiz und das Wichtigste: Check-In für den Flug morgen Nacht!


Gute Nacht, pfuus guet!

Dein Wörterdieb