26. Dezember 2020
Das Leben auf der ganzen Welt hat sich im zu Ende gehenden Jahr verändert. Wir sollten lernen, mit diesen neu gestellten Rahmenbedingungen zu leben, weiterzuleben. UntergrossenSicherheitsvorkehrungen reise ich trotz Covid 19 nach Süamerika. Ich möchte versuchen, ein wenig die traditionelle Seite dieser Kultur kennenzulernen und gleichzeitig zu erfahren, wie diese Menschen mit der Covid19-Situation umgehen.
Am Weihnachtstag gehts los: Ab Zürich über Lissabon Richtung Zielflughafen Rio de Janeiro. Was ich hier gleich vorweg sagen möchte: Der Bezirk im Staat Rio, welcher mein Ferienziel sein wird, weist nur noch eine einstellige Zahl Covid-Ansteckungen aus. Die Schweiz als Reiseland wäre also momentan gefährlicher ausgewählt gewesen.
Bei der Ankunft am Flughafen Zürich teilt uns die Tafel mit den Abflugszeiten als erstes mit, dass unser Flug mit einer Stunde Verspätung starten wird. Mmh, okeeeyy😒. Ihr müsst hier vielleicht wissen, dass wegen unseres Teil-Lockdowns alle Läden und Restaurants auch am Flughafen geschlossen waren. Also kein günstiges Shopping beim Duty Free, kein gemütlicher Apéro in der Lounge; einfach warten. Aber eine Stunde bringt man auch anders kurzweilig um: alle eingeganenen Weihnachtswünsche auf meinem Natel wurden umgehend und pünktlich bedankt😉.
Als unser Flugzeug, nach dem Enteisen, klar zum Boarding war, drängten sich die Leute dicht gedrängt in den Flugzeugbauch. Gilt der Sicherheitsabstand von 1.5 Metern auf neutralem Flughafenboden nicht? Wenigstens waren die Sitze so besetzt, dass jeder zweite Sitzplatz leer blieb. Und die Maske, vorweg gesagt, blieb auf meinem Gesicht bis zur Landung in Rio; eine Ewigkeit später!
Nach einem kurzen Flug nach Lissabon gewährte mir der gewählte Flugplan einen Aufenthalt im Flughafengebäude von 5 Stunden, welcher sich jedoch durch den verspäteten Abflug in Zürich verkürzte. Mein Partner und ich schlenderten kreuz und quer durch die Hallen, bestaunten die geschlossenen Schaufenster, träumten von einem gemeinsamen, weihnachtlichen Abendessen und gönnten uns schliesslich ein Glas Rotwein mit Snack in einer kleinen Bar, welche sich wie auch immer der Sperrstunde widersetzte.
Als dann endlich nach Mitternacht der Weiterflug losging, konnte ich mich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten. An einen wohl verdienten Schlaf war dann, zumindest bei mir nicht zu denken.Esgab immer wieder Turbulenzen, welche mich Hochfahren liessen und meine Gedanken direkt und ohne Umschweife zu meinen Liebsten nach Hause abschweifen liessen. Zugegeben: neben, hinter und vormirschnarchten die Passagiere in verschiedensten Melodien. So schlimm wirds also nicht gewesen sein; aber so bin ich nun mal.
Ich will Euch nicht länger mit der Anreise langweilen. Deshalb: Ankunft in Rio de Janeiro, Samstag, 26.12.2020, Temperaturkontrolle am Zoll, Mietwagen abholen und losgehts RichtungZieladresse.EinZwischenstopp auf dem Fischmarkt darf nicht fehlen. Schliesslich wollen wir unsere „Schlupfmutter“ mit einem feinen Mittagessen verwöhnen.
Die Begrüssung, das feine Essen mit Crevetten frisch vom Markt und die lange Reise forderten Tribut und so legten wir eine kurze Pause ein. Danach ging es zur Frikadelle, ein Restaurant, welches vom Deutschen Uwe geführt wird. Die Jam Musikband, welche uns nach einem Churasco, verwöhnen sollte, mutete unseren Ohren zuviel zu und so verliessen wir das Lokal frühzeitig. In einer von Privaten umgebauten Garage mit Vordach durften wir uns zu den einheimischen Gästen setzen. Natürlich bewahrten wir auch hier viel Abstand. Während die bereits in „guter“ Stimmung ... setzten wir uns unters Vordach. Es war ein sehr schöner, unkonventioneller Abend. Eine Dame begleitete die „cavaquinho“, jemand trommelte auf einem Eimer usw. Plötzlich trat ein Herr ans Mikrofon, dessen Stimme sogar Joe Cocker in den Schatten stellen würde! Es wurde gesungen und getanzt bis weit nach Mitternacht. Sogar Bernadette, unsere Schlupfmutter, traute sich ans Mikrofon und führte uns ihr Können beim Salsa tanzen vor. Wir drei waren die einzigen Zuhörer von diesem grossartigen Spektakel, so dass auch hier die gewohnten Abstandsregeln eingehalten werden konnten. Als Nichtbiertrinker in war es mir gegönnt, mit dem Auto nach Hause zu fahren. Mit meiner Nachtblindheit und meiner Ortsunkenntnis trug ich zur Belustigung meiner Beifahrer bei. Aber wir sind gut und Probleme an gekommen und irgend wann ins Bett gefallen. Was für ein schöner Abend!
Der Sonntag, 27.12.2020, verlief ruhig und entspannt. Klar, nach so einer langen Nacht brauchen ü50-er länger bis sie wieder auf den Beinen sind. Weil wir in den kommenden Tagen nochmals zu der „Garage“fahren möchten um Musik zu hören (das vermisse ich in der Schweiz sehr), hat mir Bernadette Tanzstunden für Samba gegeben. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 90% drillte sie mich in den verschiedensten Tanzvariationen.
Später fuhren wir in eine Churascheria und und schlugen uns die Bäuche voll. Vorallem das Dessertbuffet hat mich angezogen. Die brasilianischen Desserts sind sehr süss aber fein. So fein, dass wir wieder im Haus gleich selbst einen
Kuchen zubereiteten.
Juhui, endlich schönes Wetter😎🌴 Das bedeutet: ab ans Meer! Während der jetztigen Coronasituation dürfen nur Einheimische an den Strand. Das wird durch Fahrzeugkontrollen genaustens überprüft. Da Bernadette jedoch hier heimisch ist, gab es für uns kein Problem. Nur wenige Leute waren morgens anzutreffen. Endlich den Sand unter den Füssen spüren; was für ein herrliches Gefühl!
Die Fischer am Strand waren beschäftigt mit Fisch ausnehmen, filtrieren und der Laufkundschaft anzubieten. Auch zwei Hammerhaie wurden während unseres Strandbesuchs an Land gezogen.
Jetzt da das Meer befreit von Haien ist, traute ich mich ins Meer😉 Aber was für eine Überraschung: wir waren nicht alleine. Viele Wasserschildkröten beobachteten uns und schwammen in unserer Nähe. Eingrandioses Schauspiel!
Zwei Hammerhaie wurden gefangen
Nun möchte ich Euch ein wenig mit ein paar Schnapschüssen verwöhnen.
Bevor ich‘s vergesse: Das Schreiben des Textes auf meinem iPad und das Herunterladen der Fotos vom Natel erfordert mein ganzes technisches Können und leider noch mehr😩. Deshalb erscheinen die geschriebenen Texte machmal ohne Abstand beim Veröffentlichen. Fragt mich ja nicht, wieso. Keine Ahnung! Also drückt bitte ein Auge zu beim Lesen und geniesst einfach die Geschichte☺️
Dienstag, 29.12.2020, 5.30h, Tagwach. Es ist bereits hell draussen und die verschiedenen Melodien der Vogellieder wecken mich. Was werde ich heute wohl alles erleben? Ich lass mich mal überraschen. Du auch?
Dienstag, 29.12.2020.
Eigentlich sollte ich es ja wissen, in den südamerikanischen Ländern braucht alles seine Zeit; auch die Frauen, bis sie zum aus dem Haus gehen bereit sind. Wobei ich Bernadette noch als Glücksfallbezeichnen muss. Sie brauchte nur 1 Std. länger als wir durchorganisierten Schweizer. Wir springen morgens unter die Dusche, ziehen ein paar Shorts und ein T-Shirt über, frühstücken undsind bereitfür das Kommende. Schliesslich haben wir haben wir heute, auf Bernadettes Wunsch, einen Autoauslug auf dem Programm und keine Teilnahma an einem Schönheitswettbewerb. Aber was solls, sagich mir.Schliesslich bin hier zu Besuch, in einer anderen Kultur um eben diese besser kennenzulernen. Das bedeutet, dass ich meine Ameisen im Hintern zur Ruhe zwinge und warte.. ooohhhm😉
Heute möchten wir ein wenig in die Vergangenheit von Bernadette und meinem Lebenspartner reisen. Beide haben viele Jahre ihres Lebens in diesem Land verbracht; aus unterschiedlichen Gründen, aber das ist eine andere Geschichte.
Die vor uns liegende Strecke ist gerade mal 90 km, wofür wir jedoch 2 Std. einplanen. Der erste Halt gilt dem zoologischen Garten, wo sich die Wege meiner beiden Begleiter zum erstenmal kreuzten. Aufdem Weg dorthin passierten wir die leeren Gebäudehüllen der eheamligen Olympiastadt sowie die Cidade de Deus (worüber ein Film gedreht wurde), ein Viertel, dass zur Beseitigung der Favelas erstellt wurde.
Leider standen wir beim Zoo vor verschlossenen Toren. Ein Herr, welcher auf das dringliche Klopfen und Rufen von Bernadette schliesslich durch einen Türspalt zu uns sprach, teilte uns mit, dass er niemanden reinlassen darf und die Anlage zwischenzeitlich zu einer Hotelanlage umfunktioniert wurde. Schade!
Mittwoch, 30. Dezember 2020: Es ist 6.30h als ich meine Augen aufschlage, leise nach dem Natel greife um meine Liebsten zu Hause zu grüssen. „Wieso hast Du mich nicht geweckt?“ ertönt es neben mir. Wieso sollte ich? Ich bin, gefühlt, eben erst eingeschlafen und noch nicht beret für einen neuen Tag. Alle Widerstände helfen nichts; es heisst aufstehen, duschen, Abfahrt zum Grosseinkauf vor den bevorstehenden Festtagen. Nachdem wir mit grosser Mühe für alles Eingekaufte einen Platz im Kühlschrank gefunden haben (an dieser Stelle muss ich einfügen: ich frage mich, wieviele Personen zum Essen erwartet werden? Die Metzgerei musste nach unserem Besuch wahrscheinlich die Tore wegen Ausverkauf schliessen!), halfen wir beim Hausputz und der Wäsche mit. Was mich bei der Wäsche beruhigt hat: Auch in Brasilien verschwinden einzelne Socken auf mysteriöse Weise! Es muss sich dabei also um ein weltweites Rätsel handeln und nicht um ein Problem meinerseits! Puuh, Schwein gehabt!😇
Weiter gings zum Haus, wo Bernadette mit ihrer Familie wohnte. Wir trafen auf eine Nachbarin von damals und die beiden Damen unterhielten sich angetan über die alten Zeiten.
Nach einer Steppvisite beim früheren Haus meines Partners zwang uns der Hunger zu einem Zwischenstopp, welchen wir dann auch nach nur 1 Stunde durchführten. Restaurant Aquarios, das tönt doch vielversprechend. Leider wars ein Reinfall; für diesen Gummifisch waren die bezahlten umgerechnet CHF 20.— (für 3 Personen) immer noch zuviel.
Inzwischen war es bereits 14Uhr und wir beschlossen ein Stück der Küste entlang zu fahren und den lang ersehnten Espresso dann zu Hause zu geniessen. Die Heimfahrt dauerte dann schlussendlich über 2.5 Stunden! Ein Riesenstau überraschte uns und liess mich mitten in diesen Autos, Motorrädern, Polizeiautos von einer Toilette und einem Espresso träumen.
Als Schlafenszeit angesagt war, fiel ich totmüde von dem langen Autofahren ins Bett. Ich brachte jedoch kein Auge zu. Die Reise in die Vergangenheit meiner beiden Begleiter verunsicherte meinen stets positiven Blick in die Zukunft. Ich weiss, das kannst Du nicht nachvollziehen. Alles grübeln und sezieren diverser Szenarien nützte nichts, es kommt sowieso anders wie man denkt und ich griff schliesslich nach meinem Buch und fiel dann endlich um 2Uhr im den wohl verdienten
Mittwoch, 30. Dezember 2020: Es ist 6.30h als ich meine Augen aufschlage, leise nach dem Natel greife um meine Liebsten zu Hause zu grüssen. „Wieso hast Du mich nicht geweckt?“ ertönt es neben mir. Wieso sollte ich? Ich bin, gefühlt, eben erst eingeschlafen und noch nicht beret für einen neuen Tag. Alle Widerstände helfen nichts; es heisst aufstehen, duschen, Abfahrt zum Grosseinkauf vor den bevorstehenden Festtagen. Nachdem wir mit grosser Mühe für alles Eingekaufte einen Platz im Kühlschrank gefunden haben (an dieser Stelle muss ich einfügen: ich frage mich, wieviele Personen zum Essen erwartet werden? Die Metzgerei musste nach unserem Besuch wahrscheinlich die Tore wegen Ausverkauf schliessen!), halfen wir beim Hausputz und der Wäsche mit. Was mich bei der Wäsche beruhigt hat: Auch in Brasilien verschwinden einzelne Socken auf mysteriöse Weise! Es muss sich dabei also um ein weltweites Rätsel handeln und nicht um ein Problem meinerseits! Puuh, Schwein gehabt!😇
Nun steht ein feines Mittagessen an: Kartoffeln in Alufolie und Sparribs! Nicht zu vergessen ist, dass es vorher als Apéro noch drei Kalbratwürste serviert gab😳
Wenn das so weitergeht, muss ich auf dem Nachhauseflug einen Preisaufschlag für mein Übergewicht statt Übergepäck bezahlen!
Zum Glück steht heute noch Samba-Abend an. Wenn dort ich zwei, dreimal mit dem Hinterteil wippe sollten die Kalorien schnell verbrennen, oder🤔
Mittwoch, 31.12.2020: Nachdem wir gestern Abend um 23h noch spontan je einen Hamburger ins Haus liefern liessen, fiel es mir heute Morgen nicht sonderlich schwer nur mit einem Kaffee im Magen dasHauszu verlassen. Heute stand ein ganz besonderes Erlebnis an: Ein Helikopterrundflug über die Stadt Rio de Janeiro 😬. Viele Worte möchte ich nicht darüber verlieren, einfach: Es war grandios,einzigartig und eindrücklich!
Flugdauer: 45 Minuten. Aussentemperatur: 42 Grad
Ich möchte Dir hier mit ein paar Fotos einen kleinen Einblick gewähren.
Am Abend warfen wir uns in „Schale“; ganz wie es hier Tradition ist: in Weiss. Inzwischen hat der Regen wieder eingesetzt und wir nahmen das Auto um Richtung einer Taverna zu fahren, wo wir das Nachtessen einnehmen wollten. Nach einer Stunde Fahrt, mussten wir jedoch feststellen, dass auch hier ein kleiner Lockdown herrscht und alle Restaurants, Bars geschlossen waren. Also: zurück zum Start. Auf dem Heimweg machten wir Halt bei einer Imbissstube und bestellten uns je einen Hamburger nach Hause. Das Essen wurde dann auch tatsächlich um 23Uhr noch ausgeliefert😳. Wir hörten Musik, quatschten über Gott und die Welt und stiessen mit einer Flasche Muscato pünktlich um Mitternacht auf das neue Jahr an. Das Telefon von Bernadette lief heiss und mein Partner und sie unterhielten sich lange (natürlich auf portugiesisch) mit allen möglichen Bekannten, worauf ich mich diskret auf mein Zimmer zurückzog.
Nachträglich wünsche ich Dir ein tolles, gesundes und positives 2021!
Bernadette kocht für uns heute Fejão, schwarze Bohnen, Reis, Ratatouille, Würste, Speck. Absolut empfehlenswert! Wenn Du mal bei Bernadette vorbeifährst, unbedingt einen Besuch abstatten um dieses feine Essen von ihr zu testen, mmmhh!
Samstag, 2.01.2021. Der von mir gewünschte Strandbesuch fällt buchstäblich ins Wasser. Es ist mit 28 Grad angenehm warm aber es regnet. Das Programm wird umgestaltet und wir fahren zu Dritt zum Baumarkt (3/4 Stunden Autofahrt), wo Bernadette dieses und jenes für den Hausunterhalt und ihre Bastelarbeiten benötigt.
Juhui! Jetzt ist Shoppingtime angesagt. Wir fahren zu einem grossen Shoppingcenter in Niteroi, welches jedes Frauenherz höher schlagen lässt. Über 4 Stockwerke verteilen sich alle möglichen Kleider-,Schuh- und Schmuckläden. Abgesehen von den gefühlt über 100 Kosmetikläden und Botoxkliniken (🙄) ist auch das Angebot an Restaurants unvergleichbar. Nach mehr als 1 Stunde herumlaufen, fahren wir müde, jedoch ohne Einkaufstasche, zurück. „Was? Nichts gekauft?“ wirst Du Dich jetzt fragen. Nein, nichts. Der Vorsatz war zwar vorhanden, aber mein fehlendes Shopping-Gen hat wohl meinem Ferienbudget zuliebe Überhand genommen. Ich behalte meinerseits weiter die Augen offen, wenn ich durch kleine Gassen spaziere, unentdeckte Boutiquen aufstöbere und bin zuversichtlich, so doch noch ein Geschenk für meine Kinder und eventuell ein Mitbringsel für mich zu ergattern.
Sonntag, 3.01.2021: Die Outdoor-Bar, welche nur ein paar Meter von unserem Domizil zweimal wöchentlich geöffnet hat, unterhielt mich mit Technomusik und anderen psychodelen Stilrichtungen bis morgensum 4Uhr. Mein Partner füllte dann die Ruhepause mit Schnarchen bis der Hahn um 6Uhr seinen Part übernahm. Also fing ich meinen Tag frischfidel und erholt an😬. Halb so schlimm, heute ist ja Sonntag und dazu regnet es seit gestern Abend ziemlich heftig. Somit ist nach dem morgendlichen Einkauf vorerst mal Nichtstun angesagt.
Das Nichtstun zieht sich in die Länge dank des nassen Wetters. Wir träumen derweil schon von unseren nächsten Ferien und beginnen mit Pläne schmieden. Wann und wohin, sei hier aber noch nicht verraten. Vieles bleibt für uns selber auch noch ungewiss, weil der Coronavirus auch dieses Jahr noch den Ton angibt.
Am Nachmittag werde ich mit einem feinen, späten Mittagessen verwöhnt. Es gibt „Mocequa“. Falls Du das nicht kennst: Lachsfilet, Crevetten, Zwiebeln, Peperoni an einer feinen Kokosnusssauce, himmlisch!
Montag, 4. Januar 2021. Die Sonne weckt mich um 6h in der Früh. Es verspricht ein schöner Tag zu werden. Unser heutiges Programm: Frühstücken und ab an den Strand! Ich möchte Euch hier an dieserStelle noch kurz die Zusammensetzung des Frühstücks erläutern, damit ihr später in diesem Text den Zusammenhang erkennen könnt. Schinken, Ei und Käse werden mit Butter in der Bratpfanne knuspriggebraten, gewürzt und in ein ca. 200g grosses Weissbrot (kleines Pariserbrot) gefüllt. Dazu gibt es einen frisch gepressten Fruchtsaft (dieser fiel in meine Zustänigkeit) aus Mango, Melone, Aprikoseoder Papaya, einfach, was gerade vorhanden war. Kurz: Ein sehr schmackhaftes aber auch sättigendes Frühstück.
Mit diesem vollen Bauch gehts nun ab an den Strand. Wobei mir auf der Fahrt Zweifel aufkommen, ob ich nicht doch besser meinen einteiligen Badeanzug angezogen hätte, ich fühle mich ganz und gar nichtBikini-tauglich. Wen kümmerts? denk ich mir. Wenn ich mich hier am Strand diskret umschaue, darf ich meinen Bikini noch mindestens 30 Jahre und 10 Kleidergrössen mehr tragen.
Das Meer ist herrlich warm und es hat so früh morgens (9h) wenig Leute.
Huch, es ist ja bereits 10 Uhr! Meine Begleiter plagt der Hunger. Ich glaub, ich hab mich verhört. Tatsächlich werden drei „Pastells“ geliefert, das sind fritierte Teigtaschen gefüllt mitCrevettenund einer mayonnaisenähnlichen Sauce (das Rezept ist bestimmt von Weight Watchers😁). Anstandshalber nehme ich einen Biss davon, aber für mehr finde ich nirgendwo in meinem Körper ein Plätzchen. Geschmeckt hat es aber gut.
Ein kurzer Spaziergang am Meer tat nun gut! Was will man mehr und das erst noch an einem Montag: Stransand, Sonne, Meer und liebe Menschen um sich! Am Ende des Strandes trafen wir auf Muscheltaucher, welche gerade dabei waren, die frisch aus dem Meer geholten Muscheln zu reinigen. Kurz entschlossen kauften wir einen Sack voll davon für ganze 5.00 CHF.
Langsam füllte sich der Strand und wir machten uns auf den Heimweg. Nicht jedoch ohne vorher noch einen Baumarkt aufzusuchen. Falls Du in Niteroi jemals einen Baumarkt suchst: Frag mich; ich kenne inzwischen bestimmt jeden hier in der Umgebung☺️
Zuhause angekommen heisst es: Nun, was meinst Du was jetzt kommt? Richtig! Mittagessen. Ich würde verstehen, dass mir meine Kinder bei meiner Rückkehr den Zutritt zur Wohnung verweigern, weil sie mich wahrscheinlich gar nicht mehr erkennen werden, wenn das bis Ende Woche noch so weitergeht.
Aber natürlich konnte ich es mir nicht verkneiffen, eine Portion von diesen frischen Muscheln zu essen. Ich liebe Meeresfrüchte und so frisch aus dem Meer kriege ich diese wahrscheinlich nie mehr.
Dienstag, 5-1-2021: Heute gibt es nicht Spannendes zu erzählen. Wir waren ab 8.30Uhr mit dem Auto unterwegs auf der Suche nach Stoff, Ziegelstein und Erde für Bernadette. Deshalb poste ich hier einfach ein paar Bilder von den Eindrücken.
Mittwoch, 6.01.2021: Um 6.30h sind Partner und ich mit leicht gepacktem Rucksack losgefahren. Unser Ziel: Morro das Andorinhas. Ein Berg über dem Strand von Itaipu. Bereits so früh morgens zeigtedasThermometer 29 Grad an. Der Anstieg dauerte ca. 30 Minuten. Wir waren die einzigen auf dem Wanderweg. Ob das eventuell dara lag, dass der Passweg eigentlich gesperrt war😬. Auf jeden Fall wurdenwirzuoberst angekommen mit einer grandiosen Aussicht für die Strapazen entschädigt.
Wir hielten uns nicht allzu lange auf dem Berg auf und fuhren rasch möglichst an den Strand um uns abzukühlen. Gerade als wir unser wohl verdientes Kühlgetränk und einen Snack an derStrandbarerhielten, unterrichtete uns die Bedienung darüber, dass die Guarda Municipal unterwegs sei um die Strandrestaurants zu schliessen. Wir schlangen unser Essen herunter, packten unsere Sachenund fuhrennach Hause. Was bleibt einem anderes übrig?
Donnerstag, 7. 01.2021. Die Covid-Situation scheint sich auch in Brasilien wieder zu verschärfen. Einige Regionen haben erneut den Lockdown ausgerufen, die hiesigen Strände sind nur noch morgens undweiterhin nur für Einheimische geöffnet. Gespannt lese ich die schweizerischen Nachrichten, vorallem die neu veröffentlichte Länderliste betr. Quarantäne interessiert mich. Panama ist erneut auf derListe. Ich bin froh, dass wir morgen, ohne weitere Konsequenzen, in die Schweiz zurückkehren dürfen.
Wie die Bedingungen bei unserer nächsten geplanten Reise sein werden: steht noch in den Sternen.
Die Temperaturen sind bereits morgens um 6.30h nahe der 30 Grad-Grenze. Wir machen einen kurzen Abstecher zu einer nobleren Gegend mit wunderschönem Strand, besorgen Frühstücksbrote in einerBäckerei, welche keine Wünsche offen lässt, kaufen noch ein paar frische Fische und kehren zurück ins Haus. Heute ist unser letzter Tag bei Bernadette und wir wollen sie bei diversenUnterhaltsarbeiten im und ums Haus noch ein wenig unterstützen.
Erinnerst Du Dich noch an die stundenlange Autofahrt auf der Suche nach dem passenden Stoff? Dieser Stoff soll heute zu einem Sonnendach (Zelt) für die nächsten Strandbesuche verarbeitet werden. Ich sitze derweil gemütlich mit einem iPad auf dem Schaukelstuhl und höre meinen beiden Ferienbegleitern amüsiert zu, wie sie versuchen sich auf portugiesisch über die korrekten Arbeitsschritte zu einigen.
Kurzer Besuch bei einem kleinen Händler um „Zeltstangen“ einzukaufen. Was müssen diese Rohre wohl wiegen? Es braucht doch tatsächlich vier Männer um dieses 3/4“ Rohr zu durchtrennen😉.
Am späten Nachmittag ist das Werk vollbracht. Natürlich wollen wir das Strandzelt sogleich auf seine Tüchtigkeit testen und fahren an den Strand. Tatsächlich spendet und der Sonnenschutz genügendSchatten, super! Die Standhaftigkeit der Konstruktion ist noch ausbaufähig; aber ich glaube, dass Bernadette für dieses Problem bis zu unserem nächsten Besuch eine Lösung gefunden hat.
Am Abend gehen wir als Ferienabschluss in ein schickes Restaurant und lassen uns mit ausgezeichnetem Risotto und portugiesischem Rotwein verwöhnen.
Freitag, 8.01.2021: Bereits morgens um 6h sind wir wieder wach und beschäftigen uns mit der heutigen Rückreise: Check-in, Formulare ausfüllen, Fahrtdauer zum Flughafen in Rio de Janeiro berechnen..
Um ca 16.30h werden wir aufbrechen und morgen Samstag um 16.00h in Zürich ankommen.
Herzlichen Dank an Bernadette für die liebevolle Gastfreundschaft🌺
Ich hoffe, ich konnte Dir einen kleinen Einblick in das südamerikanische Leben bieten.
Bis zum nächsten Mal!
Dein Wörterdieb