Reisebericht Costa Rica 27.12.19-15.01.20

27.12.2019:

Lukas fährt uns bei Regen am morgen nach Kloten. Der Flug verläuft problemlos aber endlos lang. 12 Stunden...

Ankunft in Costa Rica, San Jose, ist um 14.30h, Ortszeit. Es ist bewölkt aber warm. Ein privater Chauffeur bringt uns und ein weiteres Schweizer Paar zu unserer ersten Unterkunft, Casa Leon. Der Inhaber ist ein ausgewanderter Schweizer, namens Patrick. Er führt dieses einfache Hotel zusammen mit seiner einheimischen, liebevollen Frau.

Wir machen uns gleich auf den Weg um Geld, Calones, abzuheben und uns im Supermarkt mit Getränken einzudecken. Der Supermarkt lässt im Übrigen keine Wünsche offen; er bietet ein umfangreiches Sortiment an.

Am Abend versuchen wir solange wie möglich gegen den Jetlag anzukämpfen und verlieren diese Schlacht schlussendlich um 20h! Mit der Folgerung, dass am nächsten Morgen bereits um 3.00h Tagwach ist. 


28.12. 2019:


Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnet endlich um 6.00h der nächste Coffeeshop. 

Zurück im Casa Leon erwartet uns ein typisches costa ricanisches Frühstück: Rührei, Reis mit Bohnen, Toastbrot, Filterkaffee.

Deftige Zahnschmerzen zwingen uns die Dentalkenntnisse der Einheimischen zu testen. Roli muss sich einem notfallmässigen Eingriff unterziehen, welcher für uns unerwartet positiv ausfällt. Unter uns gesagt: Unsere Zahnärzte könnten noch einiges dazulernen!

Am Nachmittag sind wir unbeschwert und schmerzfrei losgezogen um unsere kulturelle Neugier zu befriedigen: Naturmuseum, Goldmuseum, Markthalle.

Abends haben wir uns nach diesen langen Spaziergängen, es waren immerhin 13 km, einen Sundowner gegönnt, bevor wir in einem feinen italienischen Restaurant den Magen gefüllt haben.



29.12.2019:

Auch heute heisst es wieder: um 4h Tagwach; Jetlag lässt grüssen!

Um 8h zotteln wir los um unser 4x4-Mietauto abzuholen. Heute gehts endlich los mit der abenteuerlichen Reise quer durchs Land! Ich bin neugierig und gespannt.

Ein unendlicher Stau, welcher uns für 125 km über 4 Std Zeit raubte, schraubt erstmals meine Erwartungen etwas runter. 

Für die Tage über Sylvester haben wir uns ein 4-Sternhotel gegönnt. Aber schon bald nach unserer Ankunft stellt sich bei uns beiden Enttäuschung ein: Die versprochenen (und überteuert bezahlten) Leistungen, werden in keiner Art und Weise angeboten: Die Minibar im Zimmer ist leer, für die Kaffeemaschine müsste man Kapseln für 2 Dollar pro Stück kaufen... es gibt keine Möglichkeit im Hotelgelände etwas zu Trinken zu kaufen vor dem Abend. Also ab ins nächste Dorf. Wir decken im Supermarkt mit Mineral, Snacks und Champagner für den Sylvester ein. Diese Entscheidung war die einzig richtige: denn dieses Hotel ist nichts anderes als Abzocke! Wofür wir 350 Dollar bezahlen ist mir völlig unklar. Es kann ja kaum das inkludierte, einheimische Frühstück sein, oder?

Der Strand mit schwarzem, feinem Sand lädt einem ein kilometerlang dem Meer entlang zu laufen und die, für mich, mutigen Surfer zu beobachten. Schwimmen ist für uns eher im kleinen Pool in der Hotelanlage vorgesehen, 

wo man sich bei etwas zu lauter Yogamusik und selbst mitgebrachten Getränken langweilen, äh natürlich vergnügen kann.

Heute macht meine Verdauung Purzelbäume und zwingt uns denn Tag entspannt anzugehen. Mal schauen, was wir heute noch anpacken können. Eigentlich wäre der Rainforest auf dem Programm. Aber der steht uns bestimmt auch morgen noch zur Verfügung.

Nun also, wir haben den Tag mit einem Ausflug nach Quepos verbracht. Nicht gerade ein lohnenswertes Ziel, aber dafür haben wir auf dem Weg dahin bereits die Route für den morgigen Ausflug recherchiert.

Heute Abend testen wir ein benachbartes Hotel für das Abendessen. Mal schauen, ob der Service dort auch in keiner Weise den überhöhten Preisen gerecht wird!

Bis dahin bleibt uns aber noch Zeit um Dolce far niente zu geniessen. Die Sonne geht in diesen Breitengraden bereits um 17.30h unter und wir ziehen uns in unser Zimmer zurück. Wir überlegen uns, welche die beste Kleidung für den morgigen Ausflug ist; es soll so um 30 Grad warm werden, bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, und dem Schutz, der anzutreffenden Tiere sei auch Aufmerksamkeit gegönnt. Ich denke, es wird einen Rucksack voll Mix-Bekleidung mit Sonnen- und Insektenschutz geben, welcher hoffentlich Roli bereit ist zu tragen:)


31.12. Um 7.30h gehts zum letzten Frühstück im alten Jahr. Wir sitzen gutgelaunt auf der Frühstücks-Terrasse des Hotels, trinken unseren Filterkaffee als schliesslich nach bereits 20 min warten, der Kellner wieder an unseren Tisch kommt und uns fragt, ob wir Frühstück bestellen möchten. Aber natürlich möchten wir das! Aus diesem Grund hat er uns ja auch bereits Kaffee eingeschenkt. Leider, so der Kellner, sei bei unserem Arrangement kein Frühstück inbegriffen. Komisch: Gestern inklusiv, heute nicht mehr?  Es gäbe noch einige, andere Anekdoten zu erzählen, aber diese würden wohl meinen Speicherplatz sprengen.

Rainforest! Das stand bei uns auf dem Programm. Wir haben uns für diese Tour einen Guide gegönnt, weil der uns mit seinen Kenntnissen und Erfahrungen, auf Tiere und Pflanzen aufmerksam machen kann, an denen wir blindlings vorbei marschieren würden. Leo, unser indigener Guide, führte uns kompetent durch den Regenwald, vorbei an Wasserfällen, über schwindel erregende Hängebrücken..

Leider war die Tierwelt an diesem Tag bereits mit den Vorbereitungen zum Sylvesterfest beschäftigt; ausser Ameisen und ein paar Schmetterlingen haben wir nämlich kein einziges Tier gesichtet. 


Müde und hungrig kehren wir zum Hotel zurück, wo wir uns auf einen kleinen Lunch freuen. Ihr könnt Euch bestimmt denken, was jetzt kommt? Genau! Anekdoten über den wirklich unglaublich miesesten Service. Aber ich erspars Euch.


Auf jeden Fall, war dies der ausschlaggebende Punkt, dass wir uns entschieden haben, unser Sylvestermenu im benachbarten Hotel einzunehmen. Und das war genial! Ein mit Kerzen hübsch gedeckter Zweiertisch, nahe am Sandstrand (ganz nach meinem romantischen Gusto!) und herrliches Essen. Gekrönt wurde das ganze mit aufmerksamem Servicepersonal! Schön wars!


Happy New Year!!

1.1.2020:

No comment zum Frühstück-Debakel!

Packen, check-out und so schnell wie möglich Standort wechseln.

Wir sind auf dem Weg zum Nebelwald in Monteverde, Santa Elena. Nach einer 3-stündigen, problemlosen Autofahrt bis 1400 m ü M erwartet uns die kleine, aber sehr hübsche Pino Lodge. Eine wunderschöne, ökologische Selbstverpfleger-Anlage mitten im Wald. Absolut bezaubernd! Aber wir halten uns nicht allzu lange mit entzückt sein auf sondern verschieben uns sogleich zum Bosque nunoso Santa Elena. Ach übrigens, ein Tipp: falls Du, wie Roli und ich, auf eigene Faust unterwegs bist: Ein 4x4-Auto ist unentbehrlich!

Dort angekommen, entscheiden wir uns unter den angebotenen Trails für eine mittellange Tour. Unglaublich, was für eine Pflanzenvielfalt man hier entdecken kann! 

Wir haben uns für diesen, „kleineren“ Nationalpark entschieden, weil er nicht, so wie der Monteverde-Nationalpark, überlaufen ist. Trotzdem hat es scheinbar zuviele Attraktionen, Besucher etc., dass die Tiere, wahrscheinlich infolge Ruhestörung, ausgewandert sind. Anders kann ich mir nicht erklären, dass wir nicht mal eine Ameise zu Gesicht bekommen haben.

Aber so schnell gebe ich nicht auf! Morgen geht das Abenteuer weiter! Jetzt wird erstmal in unserer kleinen Lodge Spaghetti gekocht.

Ihr hört wieder von mir;)

2.1. : Um 7.30 Uhr heisst es Abfahrt Richtung Braulio Nationalpark. Auf diesem Weg durchqueren wir verschiedene Klimazonen: feuchte Regenwälder, tropische Hitze an der Pazifikküste, trocken heiss im Mittelland und wieder sehr feucht im Nationalpark.

Voller Erwartungen im Gepäck, in diesem Park nun die zahlreichen Wildtiere anzutreffen, steigen wir in der Tapirus Lodge ab. Eine Lodge wirklich mitten im Regenwald. Kein Supermarkt, kein Restaurant in der Nähe, kein Telefonnetz, von WLAN ganz zu schweigen. Angesichts dieser Tatsache, verabschiede ich mich für die nächsten zwei Tage von meinen Kindern.

Nach einem Spaziergang durch den Butterflygarden und die angrenzenden Wanderwege ist unser Bungalow bezugsbereit. Übrigens möchte ich nicht vorenthalten, dass wir tatsächlich eine Familie Nasenbären gesichtet haben! 

Das „Bungalow“ entpuppt sich als Wohlfühloase für alles Kriechende und Stechende mit einem Hallenbadambiente: kahl, feucht und nur zeitlich begrenzt nutzbar. 

Es werden verschiedene Aktivitäten angeboten; welche jedoch mein sowieso schon strapaziertes Ferienbudget, definitiv sprengen würden. Die inkludierte Nachttour um 17.45h fällt, sprichwörtlich, ins Wasser: es regnet sintflutartig.

Um dieser Einöde zu entkommen, entschliessen wir uns mit dem Auto loszufahren um im nächst besten Soda oder Truckstopp unseren Abend zu verbringen. Im Gepäck haben wir unsere Reiseunterlagen und das iPad. 

Es sind nur ein paar Worte und Blicke zwischen Roli und mir nötig und wir sind und einig: 1 Nacht im Tapirus genügt vollkommen! Wir kontaktieren unser nächstes Reiseziel, um eine frühzeitigere Anreise anzufragen; was auch tatsächlich klappt.

Jetzt heisst es noch die Nacht zu überstehen, was bedeutet: Sieg für alles Kriechende und Stechende oder für uns. Auf in den Kampf! 


3.1.2020: Nach dem Frühstück spaziert ein Tapir aus dem Wald. Ich bin wirklich überrascht, wie gross diese Tiere sind! Nun hält uns nichts mehr fest; im Nu haben wir den Checkout erledigt uns sind unterwegs zu unserer nächsten Station: Tortuguero Nationalpark, Evergreen Lodge. Dieser Nationalpark ist nur mittels Boot durch die Kanäle erreichbar. Auf dem Weg dahin fahren wir an einem tödlichen Unfall vorbei, welcher uns zu einem Umweg zwingt. 

Wir kommen trotzdem pünktlich in la Pavina an, die Station, an wwlcher wir für die nächsten 3 Tage unser Mietauto parken können und mehrere Reisecars unzählige andere Touristen abladen.

In diesem Gewummel müssen wir den uns zugeteilten Guide Marco finden. Dieses Unterfangen gestaltet sich schwierig. Ein zuvorkommender anderer Guide hilft uns weiter, zeigt uns das richtige Boot und los geht die Flussfahrt Richtung Lodge. Unser Gepäck wird auf einem anderen Boot transportiert und wir sind erstaunt und dankbar, dass es tatsächlich am richtigen Ort und richtigen Zeit ankommt.

Die Evergreen Lodge erweist sich als sehr schön angelegte Anlage am Rande des Flusses. Nachdem wir alle benötigten Informationen auf eigene Faust zusammen gesammelt haben, suchen wir das uns zugeteilte Chalet. Es liegt mitten im Regenwald und ist sehr hübsch, heimelig und praktisch eingerichtet.

Die Mahlzeiten werden in Buffetform angeboten. Man sitzt mit Fremden an einem runden Tisch und das einfache, aber feine Essen schmeckt uns.

Die Chalets verfügen über keine Fenster, nur Moskitonetze. So bekommen wir die nächtlichen Geräusche der Urwaldtiere und den deftigen Regenfall nachts in voller Lautstärke mit. 

4.1.2020:

Morgens um 5h weckt uns das Geschrei der Brüllaffen. Ich kann Euch sagen, ich hatte das Gefühl, ein Dinosaurier steht vor der Tür! Der Morgengruss ging durch Mark und Bein und hatte seine Notwendigkeit getan: wir waren wach!

Morgens und Nachmittags waren wir auf Touren. Mit dem Boot durch den Nationalpark, zu Fuss durch den Urwald. Endlich kamen wir in den Genuss die Viehlzahl der ansässigen Tierwelt mit eigenen Augen zu betrachten. Krokodile, Miniaturfrösche, gruselige Spinnen, farbige Leguanmännchen, lustige Affen, ein Faultier und ein wunderschöner Papagei. Es ist ein Genuss und eine Wohltat diese Tiere in ihrer Heimat sehen zu dürfen. Überhaupt legt Costa Rica sehr hohen Wert auf die Ökologie! 

Der Trail am Nachmittag führte uns ins Dorf Tortuguero. Dieses liegt an der Karibikküste. Wie der Name schon andeutet, kommen hier jedes Jahr viele Schildkröten vorbei um ihre Eier zu legen, jedoch nicht während unseres Reisezeitraums, sodass wir nur die riesigen Erdlöcher vorgefunden haben.

5.1.2020:

Erster Ferientag ohne Programm!

Pooltime! Affen klauen uns die Ananas vom Drink und das Tupperware gefüllt mit Brot der Familie nebenan.

Regen ist angesagt, was uns aber nicht vom Baden im Pool abhalten lässt.

Ein Pina Colada an der Poolbar und die Welt könnte nicht schöner sein!

Inzwischen regnet es seit über 5 std., und zwar sintflutartig oder besser gesagt: regenwaldmässig, wie es sich dem regenreichsten land der welt gehört! Langsam kommen uns bedenken, wie die Bootsüberfahrt morgen vonstatten gehen soll; alle Wege im Ressort sind überflutet, sogar die einheimischen Ratten suchen Zufluchtsorte. Was für Strassenverhältnisse werden wir morgen auf unserer langen, bevorstehenden Autofahrt antreffen?

Ups! Was ist das? Eine Fledermaus fliegt kreuz und quer durch unser Zimmer! Mit allen möglichen, binnenländischen Ideen versuchen wir Batman zu verscheuchen. Er verkriecht sich in ein Loch in der Wellblechdach. Uns bleibt nur zu hoffen, dass er auch dort bleibt bis zum nächsten Morgen. Inzwischen ist es nach 21 Uhr und es regnet, nein, es giesst immer noch in Strömen. Unglaublich, welche Wassermengen vom Himmel fallen! Wo finden wohl all die einheimischen Tiere Unterschlupf bei diesen sintflutartigen Regenfällen?

Die Koffer für die morgige Weiterreise sind gepackt. Viel gab es nicht zu tun, weil wir nur das Nötigste bei der Ankunft auspackten. 

Unterdessen sind wir ja bereits mehr als 1 woche unterwegs. Das macht sich auch bei meinen eingepackten Kleidern und Utensilien bemerkbar. Das meiste, auch noch nicht Benötigte, liegt leicht feucht im Koffer. Wen wunderts, bei dieser hohen Luftfeuchtigkeit! 


6.1.2020: Die ganze Nacht hat es wie aus Giesskannen geregnet. Auch hatten wir noch Besuch einer Fledermaus in unserem Zimmer. 

Um 8h muss unser Gepäck zum Transport bereit sein, denn um 9h geht die Bootsfahrt zurück nach la Panova, wo unser Mietauto, hoffentlich noch, auf uns wartet, los.

Der Regen hat zwischenzeitlich aufgehört, was mir persönlich sehr gelegen kommt.  Mein Puls schnellt schon in die Höhe, wenn ich nur daran denke, bei Unwetter, umgeben von Krokodilen und Wasserschlangen, die vor uns stehende Flussfahrt in Angriff zu nehmen. Das uns zugeteilte Boot ist entweder das ökologischste in ganz Costa Rica oder es hat einen Motorschaden. Ganze 1.5 Std. benötigen wir die Flussfahrt, wobei wir von allen anderen Booten dauernd überholt werden. Ich bin auf jedenfall erleichtert, dass wir ohne Zwischenstopp auf einer Sandbank in la Panova eintreffen. 

Nun steht uns wiedermal eine längere Autoreise bevor. Unser nächstes Ziel liegt im Südosten, eine Lodge Nähe Limon an der Karibikküste.

Auf eine gute Weiterreise und bis bald!


Hier bin ich wieder!

Nach einem Zwischenstopp im Soda Montana, wo wir für 5800 Colones, also ca 10 CHF, ein feines Mittagessen inkl.  2 Cola Zero (!), einnahmen, sind wir nach einer langen, aber gut verlaufenen Fahrt, ein wenig erschöpft von der Hitze, in der Unterkunft Banana Azul, im Bezirk Limon, eingetroffen. Louis, vom Empfang, heisst uns mit einem Kokosnuss-Drink willkommen und zeigt uns unser Domizil für die nächsten paar Tage. Wir haben ein hübsches Zimmer mit Bad und eigener Terrasse, welche sogar eine Hängematte hat. Also ideal für mich, um Euch weiterhin auf dem Laufenden zu halten.

Unser Programm für die nächsten Tage ist noch nicht druckreif. Bestimmt wollen wir uns auch mal einen Strandtag gönnen, den nahe gelegenen Nationalpark besuchen, Geschenke für meine Kinder besorgen etc.

Ich werde Euch wie immer so zeitnah wie möglich informieren!

7.1.2020: Wir haben uns ja vorgenommen, heute auszuschlafen. Deshalb sind wir auch erst um 6h aufgestanden😁 Zum Glück haben wir hier ab 5.30h morgens die Möglichkeit Kaffee zu holen, am Strand(!) oder an der Bar.

Nach einem sehr feinen Frühstück entscheiden wir uns, wie ich Euch ja bereits angetönt habe, für einen ruhigen Strandtag. Das karibische Meer ist hier sehr stürmisch, deshalb ist Baden nur mit grösster Vorsicht erlaubt. Man hat uns empfohlen, nur bis zur Hüfthöhe ins Meer zu waten, nachher ist die Gefahr zu gross, von der Strömung ins Meer hinaus gezogen zu werden. Das hält uns aber nicht davon ab, uns in einen Liegestuhl zu platzieren, den nahezu menschenleeren, schwarzen, von Palmen gesäumten Strand zu geniessen. Klingt kitschig; ich weiss. Entspricht aber der Wahrheit!

Nach ausgiebigem Sonnenbaden, das heisst bei uns: nach ca. 1.5 Std. werden wir kribbelig uns sehen uns gezwungen etwas zu unternehmen.  Wir erkundigen uns etwas genauer nach dem nächsten Dorf, Puerto Viejo. Das, was wir in unserer Reiseliteratur darüber gelesen haben und die Aussage des Hotelangestellten decken sich in allen Punkten: Puerto Viejo ist eine hippige Kleinstadt mit vielen, spannenden und quierligen Shops, welche man jedoch am besten nur tagsüber und ohne jeglichen Wertsachen besucht. Wir wagen es trotzdem und spazieren den Strand entlang bis zu diesem Dorf. Mir persönlich hat dieser Ort nicht zugesagt. Es war stinkig und laut. Abseits des Zentrums, wo es etwas ruhiger zuher geht, haben wir in einem hübschen Soda eine Kleinigkeit gegessen. Leider kann ich Euch nicht mit Fotos von Puerto Viejo dienen, ich hatte kein Natel und kein Fotoapparat dabei.

Zurück zur Lodge haben wir uns für ca. 5 CHF ein Taxi gegönnt. Ehrlich gesagt: ich war sehr froh, als mein Partner diesen Vorschlag machte, was ich natürlich nie zugeben würde. Aber bei gefühlten 35 Grad und dieser hohen Luftfeuchtigkeit den ganzen Weg wieder zurück an der prallen Sonne? Nein Danke!

Happy Hour ist am Nachmittag angesagt. Wir gönnen uns einen Margaritha (igitt!) serviert direkt am Strand (man gönnt sich ja sonst nichts😁) und planen den morgigen Tag!

Also lasst Euch überraschen, welche Abenteuer für uns morgen in Costa Rica bereit stehen!

8.1. Heute entschliessen wir uns nach Panama zu fahren. Die Fahrt sollte nicht so lange dauern, eigentlich. Mein Partner wirft einen kurzen Blick auf Google Maps und beteuert, dass er diesen einfachen Weg auch ohne das Navigationsapp Waze findet. Wieso sollte ich ihm da widersprechen; schliesslich ist er ja ein Mann und keine orientierungslose Blondine. Nach gut 20 km endet die Strasse im einem Slumgebit und es heisst, zurück zum Start! Testosteron sei Dank😉

Je näher wir der Grenze nach Panama kommen, je grösser zeichnet sich die Armut ab.  

Vor dem eigentlichen Grenzübergang, eine Brücke, parkieren wir unser Auto in einer favelaähnlichen Strasse. Die Einreisegebühr für Panama muss in einem kleinen Kiosk in einer Seitenstrasse bezahlt werden. Danach ist noch die Passkontrolle und los gehts über die Brücke nach Panama. Am Ende der Brücke befindet sich das Migrationsbüro.  Wegen der langen Schlange davor ist es unübersehbar! 

Wir müssten in Panama einreisen und bei Rückkehr dasselbe Prozederewieder für die Einreise nach Costa Rica durchmachen. Stundenlanges Anstehen nur um einen Fuss nach Panama zu setzen? Das ist definitiv nicht unser Ding und wir entscheiden uns zur Rückkehr.

Wieder über die Grenzbrücke nach Costa Rica verwirren wir mit unserer Aktion die Zöllner. Laut unserem Pass sind wir an diesem Tag aus Costa Rica ausgereist aber nie in Panama gewesen, weil wir ja die Bürokratie beim Migrationsamt ausgelassen haben. Nach längeren Diskussionen und Erklärungen wird unsere Rückkehr nach Costa Rica schliesslich akzeptiert. Ich sah mich schon in einem panamalischen Gefängnis sitzen als staatenlose Gesetzesbrecherin.

Zurück beim Auto wollten wir noch zurück in unsere Lodge. Genug Abenteuer für heute. Und da es, wieder einmal, regnet entschliessen wir uns für einen faulen Lesenachmittag. 

Nach stundenlangem Regen entschliessen wir unsere Höhle zu verlassen und in einem nahe gelegenen Restaurant das Abendessen einzunehmen. Es ist nicht ganz ungefährlich hier nach Einbruch der Dunkelheit mit dem Auto unterwegs zu sein. Man wird auch immer wieder davor gewarnt. Was erschwerend dazu kommt, sind die vielen Velofahrer, welche ohne Licht die unbeleuchtete Strasse entlang fahren.

Ohne Zwischenfall beim Restaurant angekommen, stellen wir fest, dass es nicht mehr existiert. 

Wir kehren zurück zur Lodge und geniessen dort eine Kleinigkeit.


9.1.2020: Heute steht der Besuch vom Jaguar Rescue Center auf unserem Programm. Diese Auffangstation für verletzte, heimatlose Wildtiere, wird von einem italienischen Ehepaar und vielen ehrenamtlichen Helfern geführt.

Wir bekommen eine Führung auf Deutsch für 20 Dollar, wobei das ganze Geld den Tieren zugute kommt.

Unsere Führerin spaziert mit uns vorbei an verschiedenen Gehegen. Wir sehen Langschwanzkatzen, Affen, Papageie, Kaimane, Rehe etc. Die Schicksale, welche diese Tiere durchlebt haben, bis sie hier in diesem Center ein gutes zu Hause gefunden haben, erschüttern mich. Für mich ist es unfassbar, zu was wir Menschen fähig sind!

Es gibt aber auch schöne Geschichten der Tiere. Zum Beispiel von Ciao, einem Hirschen. Seine Eltern wurden erschossen und er landete als kleiner Hirsch an diesem Ort.  

Später verliebte er sich in das hier wohnende Reh und gründete mit ihr eine Familie.

Herzig, nicht?!

Planta, ein Kajman-Männchen, wurde von einem in den Flitterwochen weilenden Ehepaar in der Badewanne Ihrer Hochzeitssuite gefunden und zur Station gebracht.

Ein tragisches Schicksal, ist das,  eines Klammeraffen. Dieser wurde 27 Jahre (!) lang in einer Garage angebunden und mit Reis und Bohnen gefüttert. Er läuft, abgeschaut von den Menschen, auf 2 Beinen. Dadurch, dass sein Bewegungsradius durch das Seil, an welchem er angebunden war, stark eingegrenzt war, macht er auch heute noch nach knapp 2 Metern immer eine ruckartige Wende. Er hat auch nie die Affensprache gelernt und kann aus diesem Grunde nicht mit seinen neugewonnenen Gspänli kommunizieren. Es schmerzt, so viel Leid zu sehen. Trotzdem bin ich auch froh, dass es in der heutigen Zeit, selbstlose Menschen gibt, welche diesen armen Tieren versuchen, ein artgerechtes Leben, soweit es ihr Zustand zulässt, zu ermöglichen. 

Den Nachmittag wollen wir am Strand verbringen; warten jedoch vergeblich auf die Sonne. Es regnet wieder einmal in vollen Zügen! Also: Rückzug ins Zimmer, Lesenachmittag ist angesagt.

10.1. Heute gehts auf die Suche nach einem Strand, an dem Schwimmen möglich wäre. Gemäss diversen Internetportalen sollte es welche hier in der Nähe haben. Also ab ins Auto und los gehts.

Der erste Strand weist sich als Parkplatz/Treffpunkt für Aussteiger aus, wo man sich ev zwischen den Baumwurzeln hinsetzen kann und auf den nicht vorhandenen Strand blicken kann. Bei uns ist dieses Feeling nicht so gut angekommen; eventuell fehlte uns der dazugehörende Joint dazu😉 Weiter gehts! Der nächste Ort, an dem wir anhalten, ist wie aus einem Bilderbuch entsprungen: traumhafter Sandstrand, ein Ausblick über die Bucht bis nach Limon! Leider verunmöglichen auch hier die stürmischen Wellen ein unbesorgtes Schwimmen. Da auch weit und breit kein schattenspendender Baum zu sehen ist, rufen wir zum Rückzug! 

Die hohe Luftfeuchtigkeit macht mir nach zwei Wochen mehr denn je zu schaffen. Mein Kreislauf meldet mehr Rücksichtnahme an, deshalb stimmt es für mich, dass wir an diesem Tag nichts weiter unternehmen. 

In den letzten 2 Tagen wurde ich sooft von Müdigkeit übermannt, habe tagsüber immer wieder Schlafpausen eingelegt, so dass ich bald befürchte mich bei meiner Ausreise aus Costa Rica als Faultier deklarieren zu müssen.

11.1.2020

Das Meer spürt den Vollmond und spielt verrückt.  Die Wellen konkurrenzieren sich gegenseitig von allen Seiten, peitschen über den Strand bis zum nahe gelegenen Weg. Schuhe, Spielsachen, Taschen, alles, was nicht über 50cm ab Boden in Sicherheit gebracht wird, spült das Meer weg. Es ist ein gigantisches Naturschauspiel. Der von uns geplante Spaziergang in Stadt fällt jedoch buchstäblich ins Wasser. Der Weg wäre ohne zwischenzeitliche Schwimmpassagen nicht zu bewältigen. Und auf einen Schwimmkampf mit diesen reissenden Wellen möchte ich mich nicht einlassen. Also fahren wir stattdessen mit dem Auto ins Dorf um endlich meine Geschenke für die Kinder zu besorgen. Nur: Der Laden mit den Souvenirs hat geschlossen! Pura Vida!

Wir gönnen uns ein Abendessen, auswärts, in einem echten italienischen Restaurant. Die Pizzeria wird von einem ausgewanderten italienischen Ehepaar geführt und verspricht köstliche Spezialitäten. Meinem kleinen Hunger entsprechend bestelle ich mir nur eine Focaccia. 

Was der Kellner mir jedoch dann serviert, haut mich vom Stuhl: Die  Portion Focaccia ist so gross, dass ich allein vom Ansehen bereits satt nach Hause kugeln könnte.

Aber nichts da: Was auf den Tisch kommt, wird gegessen! Mit tatkräftiger Unterstützung von Roli schaffe ich es doch wenigstens, dass der Teller wenigstens nicht unangerührt zurückkehrt. Fein wars!

Noch ein Schlummi an der Bar und schon heissts wieder; Gute Nacht (ist ja auch schon spät, 21h!


12.1.2020: Wörterdieb hat frei😉


13.1. Heute gehts zurück durch den Regenwald, quer durch den Nebelwald nach San Jose. Eine lange Autofahrt steht uns bevor.

Dabei wird uns das Ausmass des gestrigen stürmischen Wetters vor Augen geführt: überflutete Strassen, unterspülte Holzhütten der Einheimischen, weggespülte Bäume, Äste.. Laut der lokalen Nachrichten war dies der schwerste Sturm seit Jahren. Sogar der Containerverlad wurde eingestellt. 


Du musst wissen, dass es hier in dieser Gegend sehr viele Bananenplantagen hat. Diese Bananen werden von Firmen wie Chiquita oder Dole per Schiff von Limon aus in alle Welt verfrachtet. 

Nachmittags erreichen wir ohne Zwischenfall San Jose, wo wir unser Mietauto nach über 1400 gefahrenen Kilometern zurückgeben. Ich bin froh und erleichtert, dass wir ohne Schaden und Pannen zurück sind und Roli sehr dankbar, dass er uns souverän und sicher an unsere Ziele geführt hat!


Sofort fällt uns das veränderte Klima wieder auf; es lässt sich wieder leichter atmen ohne gleich ins Schwitzen zu kommen.


14.1. Der letzter Tag auf Costa Rica ist angebrochen. Unser Transfer zum Flughafen ist auf 17h geplant. Der Flug wird um 20.35h, Ortszeit, starten, hoffen wir.  Am Mittwoch werden wir gegen Abend wieder jeder in seinen eigenen vier Wänden weilen und sich auf den nächsten Morgen, Arbeitstag mit Jetlag, vorbereiten. Meine Vorfreude hält sich noch in Grenzen bezüglich Arbeit🙄


Meine Schreibertätigkeit neigt sich dem Ende zu. Ich hoffe, ich konnte Dir einen kleinen Einblick über Costa Rica ermöglichen!

Und falls es Dich interessiert: Neue Reiseberichte folgen bestimmt!

Tschüüss! Bis bald, Dein Wörterdieb