Viva la Bandera o Mofongo?

Samstag, 20. März 2021:

Heute in 2 Wochen soll es losgehen! Zwar nicht die seit langem geplante Reise, welche wir coronabedingt seit über 1.5 Jahren vor uns herschieben, aber trotzdem eine schöne Reise in die Ferne! Obwohl: in der heutigen Zeit sind 2 Wochen sehr lang. Die Lage kann sich täglich ändern, Ein- und Ausreisebestimmungen sind heute nicht die gleichen wie gestern usw. Täglich erkundige ich mich über verschiedene Medien nach dem aktuellen Stand. Ist eine Einreise möglich? Welche Bedingungen erwarten uns vor Ort? Kann ich wieder nach Hause ohne Quarantänepflicht? Welche 100 seitigen Formulare sind unabdingbar auszufüllen? Die üblichen Ferienvorbereitungen im 2021. Wohin es geht, willst Du wissen? Das verrate ich Dir hier noch nicht. Erst wenn es tatsächlichlosgehenkann, die Koffer Richtung Flughafenverschoben werden und ich, wie immer, trotz grossem Fernweh, tränenreich von meinen Liebsten zu Hause Abschied genommen habe, erst dann, werde ich Dir verraten wohin die Reise geht! Du möchtest einen kleinen Tipp? Schau Dir den Titel genauer an; vielleicht kannst Du daraus Näheres erraten:)


Samstag, 3. April 2021:

Na, hast Du das Rätsel gelöst? Weisst Du, wohin die heutige Reise geht? Genau: In die Dominikanische Republik. Der Titel mit den Wörtern bandera und mofongo bezeichnet zwei typischeNationalgerichtedieser karibischen Insel.

La Bandera ist ein Gericht aus Rindfleisch und (wie könnte es anders sein) Bohnen; Mofongo ist auch ein traditionelles Essen mit frittierten Kochbananen. Ich hoffe, dass ich währendmeinesAufenthaltes in der DomRep die Gelegenheit zum Ausprobieren dieser Gerichte erhalten werde.


Aber bis es soweit ist, braucht es noch ein wenig Sitzleder. Um 4.20h hiess es Tagwach und ich bin jetzt erst in Frankfurt. Um die Mittagszeit geht dann unser Flug nach Punta Cana. 


Uih, das will ich Dir auf keinen Fall vorenthalten: Am Abend des 31. Märzes erhielt ich noch eine Message von der Fluggesellschaft, dass für den Transitaufenthalt in Frankfurt ein PCR-Testvorzuweisenist. Toll was? Noch schnell zwischen Büro-, Monatsabschluss-, Pack- und Verabschiedungsstress einen Test organisieren und hoffen dass dieser dann auch wirklich negativ ausfällt! Falls Dunoch nieeinen Covid-Test machen musstest: Ich kann Dich beruhigen: es kitzelt ein wenig in der Nase und schmerzt nicht. Und wenn ich das sage, dann soll es was heissen: ich bin der grösste„Schiss-Hase“ insolchen Dingen nördlich des Äquators!


In den letzten turbulenten Tagen ist mir auch klar geworden, weshalb das durchschnittliche Alter von Flugreisenden unter 60 Jahren liegt. Bei all diesem Formularkrieg bin sogar ichalsAdministrationsprofi aufs Äusserste gefordert worden und ich frage mich, wie ich das in ein paar Jahren ohne Unterstützung schaffen werde. Unglaublich, was für ein Aufwand dieser Virus invielenwirtschaftlichen Zweigen verursacht.


Aber wie gesagt: Ich will nicht jammern; schliesslich habe ich mich freiwllig zu dieser Reise in dieser aussergewöhnlichen Zeit entschieden und muss daher ein paar Hürden meistern.


Jetzt sitze ich entspannt in der Wartehalle am Flughafen Frankfurt und freue mich auf die bevorstehenden Abenteuer in der Dominikanischen Republik!


Dir wünsche ich schöne Ostertage und grüsse Dich; bis bald!

Dein Wörterdieb

Sonntag, 4. April 2021:

Der gestrige Flug von Frankfurt nach Punta Cana ist gut verlaufen und wir sind müde aber glücklich am späten Nachmittag (Ortszeit) angekommen. Noch eine 20-minütige Fahrt mit dem Taxi, Check-in im Hotel, Badesachen auspacken und ab ins Meer. Schliesslich ist es 30° Grad und ca. 90% Luftfeuchtigkeit; das schreit ja direkt nach Baden. Das karibische Meer ist unbeschreiblich schön: klar, sauber und vorallem (Achtung: ganz wichtig für das schwache Geschlecht: den Mann) mit Badewannen-Temperatur!


Der Jetlag lässt mich am Sonntag um 4h aufwachen. Nach mehreren erfolglosen Versuchen wieder einzuschlafen, stehe ich um 5h auf und mache mich bald mal langsam auf den Weg zum Strand. Ein Sonnenaufgang am Meer kann ich mir entgehen lassen!

Nach einem feinen Frühstück, natürlich auch direkt am Strand, geht unsere eigentliche Reise durch die DomRep richtig los. Wir holen unser Mietwagen bei Europcar ab und fahren Richtung unserem erstenZiel: Santo Domingo.

Frühstück direkt am Strand
Frühstück direkt am Strand

Für die etwas über 200km benötigten wir knapp 2 1/2 Stunden. Der Weg führte uns an vielen Zuckerrohrfeldern, ärmlichen Vierteln und Pferderanches mit integrierten Golfanlagen. Kurz gesagt: eine abwechslungsreiche Fahrt, welche uns um die Mittagszeit an unser Ziel führte. Santo Domingo ist die Hauptstadt der Dominikanischen Republik mit 3 Mio. Einwohnern. Wir haben uns ein Hotel ausgesucht, welches in der Zona Colonial, dem historischen Viertel, der Stadt liegt. Von hier aus erhoffen wir, die verschiedenen kulturellen und geschlichtlichen Höhepunkte der Stadt zu Fuss erreichen zu können. Hoffen wir nur, dass einige der Sehenswürdigkeiten auch trotz Lockdown zugänglich sind.



Die DomRep ist zur Zeit auch in einem Teil-Lockdown. Die Massnahmen der Regierung werden durch die örtliche Polizei und auch durch das Militär regelmässig kontrolliert. Hygiene- und Abstandsmassnahmen werden sehr gut eingehalten. Es herrscht ein Ausgehverbot, welches natürlich auch die Schliessung der Restaurants um 19h beinhaltet. Das führt dazu, dass wir uns jeweils am Nachmittag auf den Weg zu einem Supermarkt machen und unser Abendessen dort zusammenstellen. 


Montag, 5. April 2021:

Diese Nacht hat es anhaltend geregnet; was mich aber nicht im geringsten vom schlafen abgehalten hat. Tagwache war bereits wieder um 5.30h. Aus Sicherheitsgründen warteten wir mit unserem heutigen Programmstart bis es draussen hell war, schnürten die Turnschuhe und machten uns dann auf den Weg. Die Temperatur war durch den Regen angenehm und nicht so schwül. Die Stadt Santo Domingo hat einige interessante Gebäude und Orte zu bieten mit geschichtlichem Hintergrund. Als erstes stand der Puerta del Conde auf der Tagesliste. Das war der frühere Haupteingang zur befestigten Stadt Santo Domingo. Wie erwartet war das Tor verschlossen und es blieb bei einem Foto zwischen den Gittern hindurch. Hier wurde übrigens 1844 die Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik ausgerufen. Heute befindet sich der Parque Independencia hinter den Toren, wo auch ein Mausoleum vorzufinden ist.


Nach einem Kaffeestop geht es weiter durch die noch weitgehend leeren Strassen zum Palacio national, wo der Präsident und der Vizepräsident der Dominikanischen Republik ihre Büros haben. Die Digitalisierung hat auf dieser Insel wohl noch nicht innegehalten, sonst bräuchten die Beiden nicht so viele Räumlichkeiten:)


Das war der Haupteingang zur besetzten Stadt Santo Domingo. Hier wurde 1844 die Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik ausgerufen. Heute befindet sich der Parque Independencia hinter den Toren, woaucheinMausoleum vorzufinden ist. Leider blieb uns dieser Besuch verwehrt. Die Tore sind, lockdown-bedingt, geschlossen. Es bleibt uns also nur ein Foto durch die Gitter hindurch zu schiessen.


Endlich: es ist 7.00 Uhr und die ersten Kaffeebars öffnen. Schnell einen Espresso geniessen und weiter geht‘s auf unserer historischen Erkundungstour durch die Hauptstadt der DomRep, welche übrigens3Mio. Einwohner zählt.

Die nächste Station ist der Palacio national, welches von einem italienischen Architekten erstellt wurde. Hier sind die Büroräumlichkeiten des Präsidenten und Vizepräsidenten gesichert und beschützt durch viele Soldaten vorzufinden. Bei der Grösse dieser Gebäude, glaube ich, dass die Digitalisierung in diesem Land noch ausbaufähig ist, ansonsten bräuchten die beiden Herren doch nicht soo viel Platz:)

Übrigens wurden diese neoklassizistischen Räumlichkeiten auch für den Film „Der Pate II“ benutzt.

Ein kurzer Stopp im Hotel, wo wir endlich ein kleines Frühstück einnehmen, geht es weiter mit der Erkundungstour. Durch den Parque Colon (Kolumbus-Park) spazieren wir Richtung Hafen zum Alcazar de Colon. Dieser Palast wurde unter Diego Kolumbus um 1510 für den damaligen Vizekönig erbaut. Sechs Jahrzehnte war hier die Kolonialregierung der Neuen Welt beherbergt. Aber Du ahnst es sicher schon:wir durften den Palast auch hier nur von Aussen bestaunen.

Der allmählich aufkeimende Hunger zieht uns weiter Richtung Mercado modelo, wo wir auf einen kleinen Imbiss hoffen. Je näher wir der Markthalle kommen, desto hektischer wird es auf den Strassen undin den Hauseingängen. Viele Lastwagen, Schubkarren, Mopeds gefüllt mit Früchten, Gemüse etc. tummeln sich auf den Nebenwegen zum Markt. Ein Blick in die offen stehenden Gebäude zeigt uns, dass sichhierLagerräume für Knoblauch, Gewürze und vieles mehr befinden. Ich erlaube mir kurz die Maske runterzunehmen und nehme viele verschiedene bekannte aber auch exotische Gerüche wahr. Am Marktangekommenmüssen wir leider feststellen, dass wir auch hier zu früh sind: die Markthallen sind noch geschlossen.

Ich denke, ich habe Dich jetzt genügend zugedeckt mit geschichtlichem und kulturellem aus dieser schönen Stadt. Schliesslich möchte ich Dich nicht langweilen. Also kurz zusammengefasst: Wir machten noch einen Umweg durch das chinesische Viertel und marschierten dann etwas müde und verschwitzt (Anmerkung von mir: es ist doch etwas anstrengend bei dieser hohen Luftfeuchtigkeit immer mit der Maske herumzulaufen) auf den Rückweg zum Hotel. Aus einem Hauseingang ertönte plötzlich eine Männerstimme: Ven, hay pastel! Na ja, warum nicht und schon waren wir in der Wohnung von Ales, welcher uns Pastel (Pasteten) gefüllt mit Rindfleisch und Poulet frisch zubereitete und mit einem frischen Früchtejus servierte. Wir plauderten auf Englisch, gebrochenem Spanisch miteinander und verabschiedeten uns nach der Bezahlung von umgerechnet CHF 8.— von unserer spontanen Bekanntschaft.

Für den Abend hatte ich vorab ein romantisches Restaurant in der Gegend gesucht und einen Tisch reserviert. Die Spannung blieb bis zum Schluss, ob ein Nachtessen im Restaurant möglich war. Aber es ist tatsächlich so, dass am Wochenende die Gastrobetriebe um 19h schliessen und unter der Woche um 21h. So durften wir im Restaurant Buche perico ein köstliches Abendessen mit einem (oder waren es vielleicht zwei?) Glas ausgezeichnetem Rotwein geniessen. Die Terrasse des Restaurants, wo sich auch unser Tisch befand, war geschmückt mit vielen Pflanzen und Bäumen.

Dienstag, 6. April 2021:

Du kennst es ja bereits: Tagwach um 5.30h. So habe ich jetzt noch etwas Zeit bis zum Frühstück, um Dir eine kleine Episode zu erzählen: Nach dem Bezug des Hotelzimmers, hier in Santo Domingo, fragte ich an der Rezeption nach, ob wir den Balkon des Zimmers benutzen dürften, denn der war abgeschlossen und schmutzig. „Aber selbstverständlich dürfen Sie den benutzen“, war die freundliche Antwort, nur Unterzeichnen Sie bitte dieses Formular. Balkon betreten auf eigene Gefahr? Der Rezeptionist versuchte mich mit der Antwort: „Ich arbeite seit vier Jahren hier und in dieser Zeit, ist noch nichts passiert!“ zu beruhigen. Na, wenn das so ist! Wie Du siehst, hat der Balkon gehalten und meine Geschichte geht weiter:)



Heute steht die Fahrt nach der Halbinsel Samana an. Diese liegt im Norden der Dominikanischen Republik. Wir haben also eine Autofahrt quer durch die Insel, von Süden nach Norden, auf dem Programm.DieWetterprognosen für heute bestätigen sich und es regnet den ganzen Tag. Die grösste Herausforderung der Fahrt war das Verlassen der Stadt Santo Domingo. So viel Verkehr, keine Akzeptanzgegenüberanderer Verkehrsteilnehmer, überall Gedränge... Dagegen war der Weg nach Las Terrenas (unser nächstes Ziel) gerade langweilig. 

Die Vegetation zwischen der karibischen und der atlantischen Küste veränderte sich vorallem in der Mitte des Weges, in den Bergen. Sie ähnelte zeitweise sehr der Schweizer Natur im spätenFrühling;wenn alles satt grün und erblüht ist. 


Nach 154km Autofahrt und 3 Stunden später, war ich froh, las Terrenas in Zielweite zu erblicken; denn diese hohen Mautgebühren auf dem Weg bis hierhin, haben mein Portmonnaie bis zum letztenPesobeansprucht.


Habe ich vorhin erzählt, dass Santo Domingo für den Autofahrer schrecklich ist? Vergiss es! Las Terrenas ist absoluter Spitzenreiter! Unglaublich, was hier auf den Strassen abgeht! Zum Glück binichbis dato nur Beifahrer und kann, je nach Bedarf, die Augen schliessen. Fussgänger, gefühlte hunderte Mopedfahrer, Handkarren, hupende, drängelnde Autos: Ein Schauplatz für den nächsten Steven King Horrorfilm.


Der langen Rede kurzer Sinn: Wir sind gut in unserem Appartement angekommen, welches nun für die nächsten paar Tage unser Unterschlupf sein wird. Ein Appartment in einer grosszügig angelegten Anlage,ein Katzensprung vom Atlantik entfernt und wenige Schritte weg von nächsten Supermarkt.

Mittwoch, 7. April 2021:

Halli-Hallo, wie geht es Dir im Winterland Schweiz? Habe von meinen Kindern Fotos und Nachrichten erhalten, woraus ich schliesse, dass der Frühling in der Schweiz sich vorübergehend zurück gezogen hat. 


Hier am 19. Breiten- und 69. Längengrad war es heute ca. 25 Grad warm. Jedoch, entgegen der pessimistischen Wetterprognose,hat es ausnahmsweise nicht geregnet. Es war einfach den ganzen Tagbewölkt.Aber damit lässt sich doch gut leben, oder?

Das Baden im Meer stand auch heute nicht auf dem Programm. Der Atlantik ist einfach zu stürmisch und unberechenbar, dass sogar die hier oft anzutreffenden Surferboys nicht zu sehen waren.


Wir machten uns deshalb auf, die Stadt las Terrenas und ihre Umgebung näher kennzulernen. Erst waren wir optimistisch zu Fuss unterwegs. Als wir uns jedoch wegen des hohen Lärmpegels in der Flaniermeile der Stadt nur noch mit Handzeichen verständigen konnten, machten wir kehrt und setzten unsere Tour mit dem Auto fort. Vorbei an verschiedenen menschenleeren Stränden, verwahrlosten Wohngegenden, sehenswerten Villen und vielem mehr.


Den späteren Nachmittag verbrachten wir im Pool und der Planung des morgigen Tages. Was wir für Donnerstag ausgeheckt haben, erfährst Du aber erst morgen:)

Donnerstag, 8. April 2021:

Gestern Abend haben wir ein hübsches Lokal direkt an der Strandpromenade besucht, das Restaurant XO. Die Menukarte versprach viele unbekannte Gerichte. Ich entschied mich für Gambas Mango Ceviche und liess mich überraschen. Meine Neugier wurde mit einem köstlichen Essen belohnt.

Gambas Mango Ceviche (kalt angerichtet)

Am Strand entdeckten wir plötzlich viele kleine Lichter, welche sich in der Dunkelheit vor und zurück bewegten. Was kann das bloss sein? Es waren einheimische Männer, mit Stirnlampen und Fangbecken ausgerüstet, welche am Meeresufer synchron mit den Wellen ihr Fischerglück versuchten. Unsere liebenswürdige Serviertochter klärte uns folgendermassen auf: Die Männer versuchen kleine Meerwürmer zufangen (kleine durchsichtige Fische, welche wie Würmer aussehen). Diese werden dann zu einem teuren Preis nach China exportiert. 

Trotz allem googeln, habe ich nicht herausgefunden, um was für Fische es sich hier handelte und warum die Chinesen bereit sind, dafür soviel Geld auszugeben..

Einer der Fischer zeigt uns seine Beute 

(leider ist der Fisch auf dem Foto nicht zu erkennen).


Ich wollte Dir noch unser heutiges Tagesprogramm verraten. Leider weiss ich es selber nicht so genau:) Der Plan war, die Halbinsel Samana bis zum östlichen Ende zu erkunden. Petrus gibt heute Vollgas und lässt es seit Stunden wirklich tropisch regnen. Ein Ausflug mit dem Auto wäre jetzt verantwortungslos. 


Also haben wir uns nach dem Frühstück in unser Appartment zurückgezogen und erwarten der Dinge, die auf uns zukommen. Na das ist mal ein philosophischer Spruch, gell:)


Sollten es die Gegebenheiten erlauben, werden wir uns dann mit Regenschirm ausgerüstet doch noch auf den Weg machen. Bis dahin heisst es: Lesen, Schreiben, Entspannen.


Ich melde mich wieder bei Dir und wünsche Dir bis dahin eine gute Zeit!

Frühstücksbereich Hotel Alesi
Frühstücksbereich Hotel Alesi

Kurz bevor mir das Hinterteil vor Langeweile abzufallen drohte, haben wir uns doch noch nach Draussen gewagt. Der Regen hat nachgelassen, zeitweise sogar ganz aufgehört. Der Weg führte uns, mit demAuto, Richtung Westen. Der erste Stopp galt dem berühmten Playa Bonito. Auch ohne die Möglichkeit diesen schönen Strand voll auskosten zu können, haben wir unser Auto auf einem öffentlichen Parkplatzabgestellt und sind zu Fuss entlang des Strandes spaziert. Könnte mir gut vorstellen, bei besseren Witterungsverhältnissen hier ein wenig länger zu verweilen. Der breite, saubere Strandabschnitt mit Palmen, welche Schatten spenden würden (falls die Sonne scheint), wirkt einladend und nicht überlaufen.


Überhaupt sind sehr wenige Touristen anzutreffen, allgemein. Sehr wahrscheinlich hängt das damit zusammen, dass die Reiseaktivität in Coronazeiten erst noch entfacht werden muss, gewöhnungsbedürftig und auch nicht jedermanns Sache ist.


Weiter gings mit unserem treuen Suzuki Richtung Playa Coson. Mir lief bereits das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur daran dachte, wie schön es wäre, hier im Meer zu schwimmen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! Die Ferien dauern ja noch ein paar Tage..

Freitag, 9. April 2021:

Wir planen Hotels auf dem Mars, aber ein funktionierendes Internet für unsere Erde bringen wir nicht zu stande: Schande über die Menschheit!


Vorgestern Abend habe ich Dir noch viele schöne Fotos geschickt, welche nie auf dem Blogg erscheinen. Das Internet hier ist die reinste Katastrophe! Vielleicht werden die Fotos von vorgestern und der Bericht vom Freitag irgendwann in der Zukunft doch noch in meinem Bericht erscheinen und Du hast sie mehrmals. Dann bitte ich Dich jetzt schon mal um Verzeihung!

Juhui, heute scheint endlich mal die Sonne! Jetzt dürfen wir auch mal die Karibik wie sie in den Katalogen beschrieben wird erleben. Ja, natürlich weiss ich, dass das Leben auch hier nicht immer nur Sonnenschein bietet und Regenwetter gehört zur Karibik wie der Christbaum zur Weihnachten!

Wir haben uns heute den Besuch zwei der schönsten Strände auf der Dominikanischen Republik aufs Programm gesetzt. Also , nicht mehr lang trödeln, ab ins Auto. Schliesslich liegt eine lange Autofahrt vor uns: zuerst muss die Halbinsel Samana von Norden bis Süden durchquert werden, wo dann die Strasse, welche Richtung Osten abbiegt, zu nehmen ist. Die Strände, welche wir heute aufsuchen, heissen: Rincon und .......

Auf der langen Autofahrt, welche ich wieder als Beifahrerin geniessen darf, nehme ich mir vor, die hier wohnenden Menschen ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich versuche, ohne allzugross ihre Privatsphäre zu stören, ihre Eigenheiten und charakteristischen Ausdrücke mit dem Fotoapparat einzufangen.


Was mich immer wieder in Erstaunen setzt, ist der Graben zwischen Reichtum und Armut. Bei uns in der Schweiz gibt es nach den Grossstädten mit überteuerten Eigentumswohnungen, Agglomerationsgebiete mit bezahlbaren Mietwohnungen. Hier in der Domnikanischen Republik gibt es die Stadt mit den Boutiquen, Bars und Banken und 300m weiter die zerfallenden, mit Müll überhäuften, im Schmutz aufgestellten Holzhäuser. Es fehlt der Mittelstand. Entweder man hat Glück und einen Job oder Du hast Pech und versuchst erst gar nicht im Leben weiterzukommen. 


Geht man in einer dieser armen Gegenden in einen Comodores, ein kleiner Supermarkt, welcher die Grundnahrungsmittel anbietet, wird man immer herzlich begrüsst. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich mit meiner hellen Haut und blonden Haaren schon kilometerweit auffalle. Ich glaube eher, dass die Leute Freude haben, dass wir ihren kleinen Laden besuchen und ihnen etwas abkaufen, auch wenn es nur eine Flasche Wasser für 0.3 Rappen ist!


Zwischenzeitlich haben wir den ersten Strand, Rincon, erreicht. Es ist ein unbeschreiblich schöner Anblick! Ein lang gezogener Strand, mit Palmen, welche Schatten spenden, klares,sauberes Wasser und: menschenleer! Es befinden sich gerade mal drei Leute hier. Eine davon ist die Frau, welche von uns CHF 2.50 für den Liegestuhl/pro Tag verlangt. Das ist wahrlich sehr günstig (in Miami kostete mich der Liegestuhl 40 Dollar!!). 

Was dazu noch zu erwähnen wäre, die Qualität des Liegestuhls entspricht auch dem tiefen Preis: es ist eine wahre Kunst sich hier niederzulegen ohne irgend eine Gliedmasse einzuklemmen.


Kurze Zeit später verlegen wir uns ein paar Hundert Meter weiter. An einer kleinen Bucht, welche ein Touristenrestaurant, ein einheimisches kleines Bistro und einen Kleiderladen beherbergt. Auch hier das gleiche Bild: keine Menschenseele vorzufinden.


Also wenn Du Dir Gedanken machst, während der Pandemie zu reisen, dann kann ich Dir nur sagen: Im Alltag zu Hause, bei meiner Arbeit in einem grossen Ingenieurbüro ist die Gefahr sich mit dem Virus anzustecken um ein Vielfaches grösser als hier, wo auch die Abstandsregeln einfacher einzuhalten sind.


Nach einem kleinen Imbiss und einem Bad im Atlantik packen wir zusammen und machen uns wieder auf den Heimweg über die Berge an die Nordküste.



Samstag, 10. April 2021:

Happy Birthday! Heute hat mein Partner Geburtstag! Weil seine Geschenke keinen Platz mehr im Koffer fanden, habe ich ihm Fotos der eingepackten Überraschung geschenkt:) Tja, jetzt muss er sich gedulden, bis wir wieder zu Hause sind, um rauszufinden, was er geschenkt bekommt. 


Morgen, Sonntag, werden wir unser Appartment und die Halbinsel Samana verlassen und mit dem Auto wieder quer durch die Insel Richtung Santo Domingo und weiter nach Südosten fahren. Unser nächstes Ziel: Punta Cana am karibischen Meer. Ich hoffe, dass dort das Internet wieder funktioniert und ich Dir Fotos hochladen kann.

Liebe Grüsse aus Las Terrenas🌴

Gestern Abend haben wir uns noch entschieden auswärts essen zu gehen anlässlich des Geburtstags. Jedoch schliessen die Restaurants bereits um 19h am Wochenende, deshalb mussten wir bereits um 17hlos. Aber lohnte sich! Das Lokal, von einem ehemaligen kubanischen Koch geführt, überzeugte mich aussergewöhnlichen, unbekannten Speisen. Ein schöner Abschluss hier in las Terrenas.


Nun sind wir also nach einer langen Autofahrt an der Costa del Coco (Kokosküste) an der östlichsten Spitze der Dominikanischen Republik eingetroffen. Hier im Gebiet Bavaro, liegt unsere riesige Hotelanlage, welche ich erst noch in Ruhe erkunden muss. Aber das hat Zeit; der lange Reisetag fordert sein Tribut und ich bewege mich heute wahrscheinlich nur noch um die Zähne zu putzen:)


Aber wenn wir schon so schön am plaudern sind, lasse ich Dich nicht so schnell wieder gehen. Ich überlasse Dir noch ein paar Eindrücke von der heutigen Überfahrt quer durch die Insel. 


Gestern Sonntag sind wir nach dem Einrichten unseres Zimmers ziemlich orientierungslos in dieser grossen Anlage herumspaziert. Doch schlussendlich haben wir ein Restaurant gefunden, wo wir unserenHunger stillen durften. Der Vorteil einer so grossen Hotelanlage ist, dass die Bars und Restaurant jeden Tag geöffnet haben, Lockdown hin oder her. Selbstverständlich unter Einhaltung der Hygiene-und Distanzmassnahmen. 


Was ich Dir unbedingt erzählen muss: 

Schon sehr lange träume ich davon, einmal eine Rooftop-Bar zu besuchen. Ja, natürlich, ich war bereits im Restaurant Linde, Baden, in der Bar im 13. Stock. Das ist ist schliesslich auch eine Rooftop-Bar, wirst Du jetzt sagen.


Aber mein Traum von einer wahrhaftigen Rooftop-Bar wurde hier erfüllt: Es gibt hier eine Rooftop-Bar, zwar keine, wo man über alle Dächer einer Stadt blicken kann, aber dafür einen traumhaften Blick auf den Strand und das Meer hat. Diese Aussicht verliert auch im Dunkeln nicht ihre Anziehungskraft. Das allerbeste an dieser Bar: es hat einen DJ und ich kann tatsächlich wieder einmal an einer Bar stehen und Musik hören. Einfach herrlich! PS: Ich freue mich ja jetzt schon auf den heutigen Abend:) denn unter uns gesagt, werde ich meinen Partner, Müdigkeit hin oder her, in diese Rooftopbar schleppen und diesen sonnigen Tag mit Musik ausklingen lassen.


Stimmt ja. Vom heutigen Tag habe ich Dir noch gar nichts erzählt. Also los gehts!

Montag, 12. April 2021:

Wir waren natürlich die ersten am Frühstückstisch. Wenn wundert‘s? Wir stehen ja seit Beginn unserer Ferien bereits um 5h auf, wie Du ja weisst. Nachher gings gleich los Richtung Europcar; es galt unseren Mietwagen retour zu bringen. Mit dem Taxi danach retour zum Hotel, Badesachen anziehen und schnell Richtung Meer. Das karibische Meer ist einfach ein Traum! Wirklich! Es ist klar, sauber und warm. Aber ich habe Dir ja schon vor einer Woche davon vorgeschwärmt. 


Wie bereits an allen Orten, welche wir bis jetzt besucht haben, hat es auch hier am 32km(!) langen Strand nicht so viele Urlauber. Überall findet man viele leere Liegestühle, die Restaurants sind halbleer. Man fühlt sich wohl und sicher!


Es war also ein richtig fauler Ferientag mit viel Sonnenschein!

Dienstag, 13. April 2021:

Falls Du ein regelmässiger Leser meines Blogs sein solltest, weisst Du, dass ich schon einige Länder dieser Welt bereisen durfte. Was mich an diesen anderen Kulturen, Gegebenheiten und Lebensgewohnheiten auch noch interessiert, ist die Natur. Auf meiner Reise durch Costa Rica wurde diese Neugier auf die reichhaltigste Weise überhaupt befriedigt. Hier, auf der Insel Hispola, sagt man, dass es ein Artenreichtum von 7000 Tierarten gibt. Zum Beispiel den Palmschwätzer (ein Vogel), das Spitzkrokodil oder den gefährdeten Nashornleguan. 


Vielleicht bin ich bis heute nicht durch diesen Bezirk gereist, wo diese Tiere beheimatet sind oder sie haben sich allzu gut getarnt vor meinem neugierigen Blick. Auf jeden Fall, kann ich Dir rein gar nichts über die Artenvielfalt der hier beheimateten Tiere erzählen. 

Ausser von dieser Schnecke, welche sich auf unserem Balkon sonnte und den Flamingos, welche im künstlichen Teich der Hotelanlage ihr Bad genossen.
Ausser von dieser Schnecke, welche sich auf unserem Balkon sonnte und den Flamingos, welche im künstlichen Teich der Hotelanlage ihr Bad genossen.

Mittwoch, 14. April 2021:

Der gestrige verlief ruhig und entspannt. Wir verbrachten den Morgen am Strand mit Lesen und Schwimmen. Am Nachmittag verlagerten wir uns an den Pool:) also alles seehr anstrengend und das noch bei 30° Grad. Das war jetzt ein wenig fies, ich weiss ja, dass Du zu Hause sehnlichst auf den Frühling wartest.


Das Nachtessen, welches wir in einem vietnamesischen Restaurant, geniessen wollten, war umso turbulenter. Eine Flasche Rotwein wollten wir uns gönnen. Diese Bestellung liess das gesamte Managing-Konzept des Betriebs zusammenbrechen. Vom Tellerwascher über den Koch bis zum privaten Concierge waren alle aus dem Häuschen und völlig überfordert. Nach einer für uns gefühlten Ewigkeit (nach dominikanischer Zeitrechnung also sehr speditiv) wurde uns das Essen serviert jedoch mit dem Hauswein: Chateau Migräne, wie wir diese Marke nennen. Wenig trinken, dafür umso mehr Kopfschmerzen am nächsten Morgen. Aber das muss fairerweise auch festhalten: Das Essen schmeckte ausgezeichnet.


Auf dem Nachhauseweg haben wir erfreulicherweise festgestellt, dass das Fitnesscenter nun geöffnet ist. Wie der Zustand dieses Centers ist und unter welchen Hygienevorschriften trainiert werden darf, dass wollen wir heute Morgen herausfinden. Ich halte Dich auf dem Laufenden.


Ich wünsche Dir einen tollen Tag, 👋 

Ein wahrscheinlich geschichtsträchtiger Anblick: 

Kaum Menschen an der Karibikküste.

Freitag, 16. April 2021:

Du hast es bestimmt bemerkt: ich bin momentan etwas schreibfaul. 

Gestern haben wir unseren Gutschein für eine Massage im Spa eingelöst. Ich liebe Massagen! Ganze 30 Minuten wurden wir mit einer Ganzkörpermassage verwöhnt; himmlisch. Kann gut sein, dass wir uns das nächste Woche noch einmal gönnen, damit unser Körper von der Liegestuhl- in die Bürostuhlstellung geformt wird.


Heute stehen einige organisatorische Angelegenheiten auf Tagesprogramm. Weil die Uhren hier in der Karibik langsamer drehen, versuchen wir bereits heute den Check-out für nächsten Freitag zuorganisieren und einen Termin für den notwendigen PCR-Test am nächsten Donnerstag zu fixieren. Bin ja mal gespannt, wo wir da überall hinspringen müssen, bis es klappt und dass wir dann wirklicheinen PCR-Test und nicht einen Zahnarzttermin oder ähnliches erhalten.


Ich wünsche Dir einen guten Wochenendspurt!


Sonntag, 18. April 2021:

Hallöchen aus dem immer noch sonnigen und momentan wirklich sehr heissen Punta Cana. Die letzten Tage Ferien liegen vor mir, welche ich noch mit vollen Zügen geniessen werde und mich dann am Samstag mit voller Herzenlust in die Arme meiner Kinder werfen darf:), wenn sie dann zu Hause sind...  Ja, ja, Du hast wie immer recht und ich stehe auch dazu: Ich bin eine Vollzeit-Glugge.


Wie gesagt, ist es seit gestern wirklich sehr heiss. Nur kurz nach einem Bad im Meer, welches ja nicht unbedingt abkühlend wirkt, ist ein Liegen direkt an der Sonne für ein paar Minuten möglich. Es reicht gerade um die Badesachen zu trocknen, danach heisst es aber, auf schnellstem Weg ab in den Schatten. 


Am späteren Mittag gönnen wir uns meist einen kleinen Imbiss im Buffetrestaurant. Das Essen schmeckt hervorragend und die Auswahl ist riesig. Hier habe ich auch die Möglichkeit meine kulinarischen Extravaganzen voll auszuleben: nämlich zuerst dem Dessertbuffet einen Besuch abzustatten und nachher prüfen, ob ich noch Hunger habe:) Zuhause schaffe ich es nie bis zum Dessert, weil ich vorher schon satt bin. 


Das Tragen von Handschuhen an beiden Händen und natürlich die Maske im Gesicht sind beim Betreten der Buffets vorgeschrieben. Die durchsichtigen Plastik-Handschuhe bei Temperaturen um die 30°Grad wieder abzuziehen, benötigt ein gewisses Mass an Geduld: sie kleben an den Händen. Aber ich finde es wirklich toll, wie die Hygienemassnahmen hier durchgesetzt werden.

Gestern Abend haben wir es uns noch ein wenig auf unserem kleinen Balkon gemütlich gemacht. Wir bestellten uns noch Coca-Cola Zero und Wasser, welches auch prompt und ziemlich unkonventionell überbracht wurde. Nämlich durch den Garten über das Balkongeländer. 

Minibar auf dem Balkongeländer
Minibar auf dem Balkongeländer

Der Pulpo ist wohl eher nicht empfehlenswert; mein Partner war die ganze Nacht mit ihm beschäftigt. Deshalb haben wir uns heute entschlossen, den Tag in einem Patio, schön im Schatten, mit genügend Liegeplatz, zu verbringen. Was mir auch ganz recht war: ich wollte nämlich schon immer mal in so einem Patio liegen und heute war es mir gegönnt. Oh, übrigens, mach Dir keine Sorgen, meinem Partner ging es nach einer Cola und einer Banane heute zum Frühstück wieder besser.

Montag, 19. April 2021:

Der letzte Ferienmontag! Montage während der Ferien geniesse ich immer ganz besonders! Nur schon der Gedanke daran, dass man jetzt einfach genüsslich den Kaffee trinken kann und je nach Gusto ohne irgendeine Erklärung wieder zurück ins warme Bett steigen könnte. Montage sind in meinem Alltagsleben immer sehr streng, terminlastig und die bevorstehende Arbeit, Berge von Pendenzen, unzählige Besprechungen und abends der leere Kühlschrank nach dem Wochenende; also Einkaufen, scheinen mich jeweils ins Kopfkissen zurück zu drücken. Deshalb habe ich den heutigen Tag mit allen Sinnen genossen. Was natürlich nicht ausschliesst, dass ich die vergangenen, sehr schönen Tage, nicht auch ausgiebig genossen habe!


Tatsächlich bin ich, pünktlich wie immer, um 6h aufgestanden, habe einen Kaffee zubereitet und... nein, nein, da hast Du falsch gedacht: ich bin nicht zurück ins Bett. Sondern habe mich angezogen und los gings an den Strand. Mein Partner und ich haben uns heute statt des morgendlichen Schwimmtrainings für einen Strandspaziergang entschieden. Das war wunderschön! Der Sand hatte noch keine Fussspuren, die angeschwemmten Gräser und Korallenteile der Nacht waren bereits durch die fleissigen Strandreiniger weggeputzt, das Meer hellblau und klar. Die Sonne schien bereits erbarmungslos auf uns herab, so dass wir nach knapp 2km zurückkehrten.

Heute machten wir nochmals einen Vorstoss wegen dem PCR-Test. Der erst freundliche Herr vom Care-Team, versuchte uns einen Termin am Mittwoch zu verkaufen. Andere wären nicht möglich, meinte er. Das jedoch, kam für uns nicht in Frage. Denn der Test darf bei unserem Zwischenstopp in Frankfurt nicht älter als 48 Stunden sein. Dazu kommen noch die 6 Stunden Zeitverschiebung und schon heisst es: der Test darf frühestens am Donnerstag durchgeführt und das Resultat spätestens am Freitagnachmittag vorhanden sein. Das jedoch war dem Care-Team-Angestellten zu kompliziert und er verlor ein wenig die Geduld. Schliesslich haben wir dann persönlich mit dem Medicalcenter telefoniert und einen Termin am Donnerstag erhalten. Bleibt einfach zu hoffen, dass es dann wirklich auch klappt. 

Kokosnuss Pflücker, kannst du ihn sehen?
Kokosnuss Pflücker, kannst du ihn sehen?

Donnerstag, 22. April 2021:

Ein lieber Gruss an Dich, wahrscheinlich zum letzten Mal aus diesen Längengraden für längere Zeit.

Heute hatten wir einen Buggy (Kleinfahrzeug) für die Fahrt zum Medicalcenter auf 08.15h reserviert. Wie wir Schweizer so sind, standen wir pünktlich und mit allen notwendigen Formularen für den PCR-Test bereit. Aber weit und breit kein Buggy! Auf unsere Nachfrage hin, wurde erstmals nochmals nach dem Abholort nachgefragt, dann nach dem Tag und Zeitpunkt der Abholung!! Obwohl alle diese Angaben vorgängig abgemacht wurden. Schlussendlich wurde uns durch einen zufällig vorbeifahrenden Hotelmitarbeiter mitgeteilt, dass heute keine Buggys zur Verfügung stehen würden. Na toll; und der Test sollte in zwei Minuten durchgeführt werden. Der liebenswürdige Mann nahm und dann mit seinem Fahrzeug mit und führte uns zum Medical-Center, wo wir dann doch noch endlich den Test durchführen konnten.


Das Resultat sollte bis Freitag, 13.00 Uhr (Ortszeit) vorhanden sein. Wir haben vorsorglich einen Late-Checkout gebucht bis 15 Uhr, so dass wir ganz sicher in den Besitz der zum Ausreisen notwendigen Dokumente kommen. 

Röntgenbild nach einem Dominikanischen PCR-Test (Scherz:) )
Röntgenbild nach einem Dominikanischen PCR-Test (Scherz:) )
Besuch auf unserem Balkon
Besuch auf unserem Balkon

Nun heisst es also am Freitag morgen nochmals das Meer geniessen und nach dem Mittagessen Packen. Ich habe zum Glück zwei Flaschen Sonnencreme Schutz 50, 2 Fläschen Parapic und Antibrumm weniger einzupacken dafür 2 kg mehr auf den Hüften zum heimtragen:)


Die Einreiseformulitäten für die Schweiz sind auch bereits ausgefüllt und der benötigte QR-Code im Natel abgespeichert.


Ich möchte Dir mein Fazit für diese zu Ende gehende Reise nicht vorenthalten: Trotz der etwas umständlichen Ein- und Ausreise bezüglich Formulare in der Covid-Zeit und der langen Reisedauer bis zum Ziel hat es sich auf jeden Fall gelohnt und ich würde das ganze sofort und jederzeit wiederholen und kann es Dir nur weiter empfehlen. Die Coronazahlen vor Ort sind immer noch sehr tief, die Distanz- und Hygienevorschriften werden vielerorts besser eingehalten als bei uns in der Schweiz. Ausserdem werde ich wahrscheinlich nie mehr einen solchen touristischen Hotspot besuchen können mit so wenig anderen Touristen vor Ort.


Die Dominikanische Republik ist eine wunderschöne Halbinsel mit vielen spannenden und sehenswürdigen Dörfern und Kulturstätten umgeben von liebenswerten Menschen. Dass es hier Armut, Schmutz und eine hohe Kriminalität gibt; das gehört zu diesem Land genauso wie die traumhaften Strände an der Karibik wie auch am Atlantik. Wenn man das Land erleben will, muss man beides akzeptieren, annehmen und sich dementsprechend verhalten und anpassen. So macht das Reisen Spass und es bleiben viele schöne, eindrückliche Erinnerungen und Begegnungen!



Danke vielmals, dass Du mich auf meiner Reise begleitet hast! Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar schöne Eindrücke übermitteln und Dir ein paar Minuten Auszeit vom Alltag bescheren. 


Du hörst wieder von mir; versprochen!


Pass auf Dich auf und bleib gesund!


Bis bald, Dein Wörterdieb 


Epilog:

Freitag, 23. April 2021:

Jetzt, da ich im Flugzeug auf dem Nachhauseweg bin, möchte ich Dir schreiben, was in den letzten 24 Stunden während meiner Ferien noch passiert ist. 

Wir bekamen am Donnerstagabend ein Mail der Fluggesellschaft betreffend dem bevorstehenden Check-In von Punta Cana über Frankfurt nach Zürich. Die Einreise/Durchreise durch Frankfurt ist nur mit einem maximal gültigen PCR-Test von 48 Std.  Erlaubt; was wir bis ja eigentlich schon wussten. Nur: Unser PCR-Test wurde am Donnerstag um 08.45 Uhr durchgeführt (der einzig mögliche Termin, wie Du ja bereits weisst). Dies bedeutet jedoch, dass bei unserer Ankunft in Frankfurt der Test älter als 48 Stunden sein würde. Nun würden wir sagen: na ja, wegen einer Stunde, kann man doch ein Auge zudrücken, oder? Aber nein, dem ist nicht so. Man darf nicht ins Flugzeug steigen, wenn die Vorgaben nicht erfüllt sind. Da wir bis am Morgen noch nicht im Besitze unseres Testergebnisses waren und deshalb auch die Uhrzeit auf dem Dokument nicht mit Bestimmtheit wussten, blieb uns nur die eine Alternative: einen Antigen-Test vorzuweisen; unsere einzige Chance doch noch rechtzeitig nach Hause zu kommen. Der Antigen-Test würde uns wenigstens die Reise bis Frankfurt ermöglichen. 


Gesagt, getan: So sind wir also heute Freitag früh losgezogen, um einen solchen Antigen-Test zu organisieren. Das war ein ziemlich nervenaufreibendes Abenteuer, kann ich Dir sagen! Die Uhren in der Karibik ticken ja bekanntlich merklich langsamer als bei uns; und uns blieben nur noch wenige Stunden bis zum Abflug!


Zwischenzeitlich musste ich meine Erinnerungen an meine Yoge-Kenntnisse auffrischen um mich zu beruhigen! Was, wenn wir vor dem Abflug keine Testergebnisse erhalten? Und wenn doch: was wenn diese positiv ausfallen und es kein „Nachhausegehen“ für weitere Wochen gäbe? Es waren für mich stressige Stunden! Aber das ist auch der Preis für indivuduelles Reisen: Ich muss alles selber organisieren, bin von A-Z für jedes Detail selber verantwortlich und bin mir auch der zusätzlichen Risiken in der Covid-Zeit bewusst. Dafür erhalte ich die schönsten Erinnerungen und Abenteuer, bezahle aber auch manchmal mit nervenaufreibendem Aufwand!


Trotz der Abmachung, die Ergebnisse bis Freitag Mittag zu erhalten; standen wir mit leeren Händen da; telefonierten umher und rannten von Büro zu Büro. Die Zeit lief uns davon! Es war unterdessen 15h und wir mussten unser Appartment verlassen. Während wir die letzten Papierangelegenheiten an der Rezeption erledigten, ging ein Mail mit dem Ergebnis des Antigentests ein. Gott sei Dank! So war wenigstens die Reise nach Frankfurt mal sicher! 


Du wirst es mir kaum glauben; es war wie in einem Actionfilm: 5 Minuten vor Abfahrt zum Flughafen ist auch das erlösende Mail des PCR-Testergebnisses eingetroffen! Juhui! Müde von der Aufregung und mit Vorfreude auf mein Zuhause und meine Familie sitze ich jetzt im Flugzeug Richtung Europa!


Dein Wörterdieb

Bye Bye Dominikanische Republik
Bye Bye Dominikanische Republik